Satzung

Landesverband im Freistaat Sachsen e.V.
- Selbsthilfeorganisation -
Satzung vom 04.04.1992,
geänderte Fassung vom 28.02.2015
Eingetragen in das Vereinsregister am 23.02.2017

Präambel
Zum Selbstverständnis

Freundeskreise für Suchtkrankenhilfe sind Selbsthilfegruppen. In den Selbsthilfegruppen treffen Menschen zusammen, die als Abhängige, als Suchtmittelmissbrauchende oder als Angehörige von Sucht betroffen sind, mit dem Ziel, zu einer suchtmittelfreien und zufriedenen Lebensgestaltung zu gelangen. Am Gruppenangebot der Freundeskreise interessierte Menschen – ohne eigene Suchtproblematik – sind ebenfalls in den Gruppen willkommen.

Die Gruppenarbeit bewirkt beim Einzelnen: Stabilisierung und Entfaltung der eigenen Persönlichkeit, Förderung von sozialem Verhalten sowie eine neue, andere Konflikt- und Kommunikationsfähigkeit. Freundeskreise begleiten in eine zufriedene Abstinenz. Freundeskreise für Suchtkrankenhilfe sind Teil des Behandlungsverbunds. Ihre Arbeit ist in der Prävention, Prophylaxe und Nachsorge angesiedelt. Freundeskreise bilden ein Netzwerk persönlicher Hilfen für Abhängige, Suchtmittelmissbrauchende und Angehörige. Dieses Netzwerk spannt sich von der örtlichen Freundeskreisgruppe über die Landesverbände bis hin zum Bundesverband.

§ 1 Selbstfindung der Freundeskreise

1. Der Landesverband der Freundeskreise für Suchtkrankenhilfe im Freistaat Sachsen ist der Zusammenschluss örtlicher Freundeskreise zur Hilfe und Selbsthilfe für Suchtkranke und deren Angehörige.

2. Freundeskreise sind Selbsthilfegruppen und wirken an der Lösung von Sucht- und Abhängigkeitsproblemen im Rahmen eines zeitgemäßen Behandlungsgefüges mit.

3. Der Landesverband ist Mitglied des Diakonischen Werkes der Ev.- Luth. Landeskirche Sachsens und dadurch dem Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland als anerkannten Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege angeschlossen. Bei der Durchführung der Aufgaben des Landesverbandes sind die Pflichten der Mitglieder des Diakonischen Werkes der Ev.- Luth. Landeskirche Sachsens zu beachten. Der Landesverband ist außerdem Mitglied des Bundesverbandes der Freundeskreise für Suchtkrankenhilfe in Deutschland.

4. Freundeskreise sind im Sinne christlicher Nächstenliebe tätig.

§ 2 Name und Sitz

1. Der Landesverband führt den Namen: Freundeskreise für Suchtkrankenhilfe Landesverband im Freistaat Sachsen e.V. -Selbsthilfeorganisation-

2. Der Sitz des Landesverbandes ist Elstra.

3. Der Landesverband ist im Vereinsregister beim Amtsgericht Dresden eingetragen.

§ 3 Zweck und Aufgaben

1. Der Landesverband vertritt und koordiniert die Interessen der einzelnen Freundeskreise auf Landes- und Bundesebene in allen Organisationen der Suchtkrankenhilfe. Darüber hinaus ist er Verhandlungspartner mit allen einschlägigen Fachverbänden. Die Vertretung in den Fachverbänden auf Landesebene wird angestrebt.

2. Der Information- und Erfahrungsaustausch unter den Freundeskreisen und die Zusammenarbeit mit anderen Selbsthilfegruppen soll gefördert werden.

3. Überörtliche Zuschuss- und Förderungsmöglichkeiten sollen ausgeschöpft und im Rahmen der Möglichkeiten Mittel für die angeschlossenen Freundeskreise beschafft werden.

4. Die Eigenständigkeit der örtlichen Freundeskreisgruppen wird gewährleistet. Regionale und strukturelle Eigenarten dürfen nicht begrenzt werden, damit die lebendige Hilfe und Selbsthilfe dieser freiwilligen (ehrenamtlichen) Initiativen nicht eingeengt wird.

§ 4 Gemeinnützigkeit

1. Der Landesverband verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige und kirchliche Zwecke im Sinne des Abschnitts " Steuerbegünstigte Zwecke " der Abgabeordnung. Der Satzungszweck wird verwirklicht insbesondere durch Mitwirkung an der Lösung von Sucht- und Abhängigkeitsproblemen.

2. Der Landesverband ist selbstlos tätig. Das Vereinsvermögen und alle Einnahmen sind für die satzungsmäßigen Zwecke gebunden und dürfen nur für diese Zwecke verwendet werden.

3. Keine Person darf durch Verwaltungsausgaben oder durch unverhältnismäßig hohe Vergütungen begünstigt werden. Als Begünstigung sind nicht anzusehen Vergütungen aus Arbeitsverträgen oder Erstattungen von notwendigen Auslagen.

4. Die Organe des Vereins (und/oder deren Beauftragte) können eine angemessene Vergütung erhalten. Tatsächlich entstandene Kosten wie Telefon, Fahrtkosten u.ä. können zusätzlich durch die Vorlage entsprechender Belege ersetzt werden.Vergütungen und/oder Kosten, die den Organen des Vereins (und/oder deren Beauftragten) entstehen, können auch pauschaliert mit Zustimmung des Vorstandes erfolgen.

§ 5 Mitglieder

1. Mitglied kann jeder Freundeskreis, jede natürliche und juristische Person aus dem Freistaat Sachsen werden, die bereit sind, die Ziele zu fördern und die Satzung anzuerkennen.

2. Die Aufnahme als Mitglied erfolgt aufgrund einer schriftlichen Beitrittserklärung an den Vorstand. Über die Aufnahme entscheidet der Landesvorstand mit Stimmenmehrheit. Sie beginnt mit der Zustimmung des Vorstandes. Der Austritt erfolgt durch schriftliche Erklärung an den Vorstand und wird mit Ablauf des Monats wirksam, in dem der Austritt erklärt wird.

3. Wer das Ansehen des Landesverbandes schädigt oder die Zwecke und Aufgaben be- oder verhindert, kann von der Mitgliedschaft durch Beschluss des Vorstandes ausgeschlossen werden. Über Ablehnung oder Ausschluss eines Mitgliedes ist die Landesdelegiertenversammlung zu unterrichten; sie entscheidet im Einspruchsfall endgültig.

4. Alle Mitglieder haben im Rahmen des Möglichen Anrecht auf den Dienst des Landesverbandes. Sie haben die Aufgaben und Zwecke der Gemeinschaft zu fördern und mitzutragen und sind zu einer partnerschaftlichen Beteiligung an deren Veranstaltungen aufgerufen.

5. Zur Finanzierung des Landesverbandes werden Mitgliedsbeiträge erhoben. Die Beitragshöhe wird von der Delegiertenversammlung mit einfacher Stimmenmehrheit festgelegt und richtet sich nach der Zahl der in den einzelnen Freundeskreisen organisierten Mitglieder.

§ 6 Organe des Landesverbandes

Die Organe des Landesverbandes sind:

a) die Landesdelegiertenversammlung

b) der Landesvorstand

§ 7 Landesdelegiertenversammlung

1. Die Landesdelegiertenversammlung ist das oberste Organ des Vereins. Sie wird mindestens einmal im Jahr einberufen.

2. Die Einladungen sind vom Landesvorsitzenden oder seinen Stellvertretern mindestens 4 Wochen vorher mit Nennung der Tagesordnungspunkte an die Delegierten zu übersenden.

3. Wird von mindestens der Hälfte der Delegierten die Durchführung einer Versammlung gewünscht, muss dem Wunsch Folge geleistet werden, wenn die Gründe angegeben sind.

4. Jeder Freundeskreis entsendet 2 Delegierte unabhängig von der Mitgliederzahl. Die Delegierten und ihre Stellvertreter werden von den Mitgliedsgruppen für 2 Jahre gewählt und dem Landesvorstand namentlich mitgeteilt.

5. Über Anträge, die nicht auf der Tagungsordnung stehen und über die, die Mitgliederversammlung beschließen soll, kann nach Zustimmung der Mehrheit der Versammlungsteilnehmer verhandelt werden. Hiervon sind Anträge auf Satzungsänderung und Auflösung des Vereins ausgeschlossen.

6. Jeder Delegierte hat eine Stimme. Beschlüsse werden mit Stimmenmehrheit gefasst. Beschlussfähigkeit ist gegeben, wenn mindestens ¼ der Delegierten anwesend sind. Muss die Versammlung wegen Beschlussunfähigkeit vertagt werden, so ist sie im zweiten Termin unabhängig von der Anzahl der erschienenen Delegierten beschlussfähig. In der Einladung zu der zweiten Versammlung ist hierauf hinzuweisen.Beschlüsse über Änderung dieser Satzung bedürfen der Anwesenheit von 1/3 der gemeldeten Delegierten und einer Mehrheit von ¾ der Anwesenden. Stimmenthaltungen und ungültige Stimmen zählen nicht mit. Bei Stimmengleichheit sind Anträge abgelehnt.

7. Die Delegiertenversammlung wird vom Landesvorsitzenden oder seinen Stellvertretern geleitet. Über die Verhandlungen ist ein Protokoll zu fertigen und den einzelnen Mitgliedsgruppen zu übersenden. Das Protokoll ist vom jeweiligen Versammlungsleiter und einem weiteren Mitglied der Delegiertenversammlung zu unterzeichnen.

8. An den Delegiertenversammlungen können Vertreter von Fachverbänden oder fachlich kompetente Personen, die nicht Delegierte sind, durch Beschluss des Vorstandes oder der Delegiertenversammlung beratend teilnehmen.

§ 8 Aufgaben der Landesdelegiertenversammlung

Zu den Aufgaben der Landesdelegiertenversammlung gehören:

1. Verwirklichung und Überwachung der in § 3 genannten Zwecke und Aufgaben.

2. Entgegennahme des Rechenschaftsberichtes des Landesvorstandes und des Jahresabschlusses

3. Entlastung des Landesvorstandes

4. Wahl des Landesvorstandes bzw. dessen Abberufung

5. Beschlussfassung über Satzungsänderung und Auflösung des Landesverbandes

6. Anhörung bei allen für den Bestand des Landesverbandes wichtigen Entscheidungen.

§ 9 Landesvorstand

1. Der Landesvorstand besteht aus dem Vorsitzenden und mindestens 3 stellvertretenden Vorsitzenden. Der Landesvorstand beruft einen Schatzmeister, der nicht Mitglied des Vorstandes, aber der Freundeskreise ist.

2. Die Wahl des Vorstandes erfolgt durch die Landesdelegiertenversammlung.

Der Wahlrhythmus ist wie folgt festgelegt:

Der Vorsitzende wird von der Landesdelegiertenversammlung für die Dauer von 3 Jahren gewählt;

die Stellvertreter erstmals für 2 Jahre, später für 3 Jahre. Wiederwahl ist zulässig.

3. Der Landesvorstand ist beschlussfähig bei Anwesenheit von mindestens 3 Personen.

4. Vorstandsmitglieder können bei ¾ Mehrheit der anwesenden Mitglieder durch die Delegiertenversammlung vorzeitig von ihrer Aufgabe entbunden werden. Scheidet ein Vorstandsmitglied aus, so wählt die Delegiertenversammlung für den Rest der Amtsperiode ein neues Vorstandsmitglied.

§ 10 Aufgaben des Landesvorstandes

1. Der Vorstand vertritt den Landesverband gerichtlich und außergerichtlich. Zur Aufgabe rechtsverbindlicher Erklärungen sind 2 Unterschriften von Vorstandsmitgliedern erforderlich.Im Geldverkehr - auch mit Banken und Sparkassen - sind die Unterschriften

von a) dem Vorstandsvorsitzenden,

oder b) von 2 Vorstandsmitgliedern gemeinsam erforderlich.

2. Zu den Aufgaben des Landesvorstandes gehören insbesondere:

a) die Leitung des Landesverbandes und die ordnungsgemäße Geschäftsführung,

b) die Koordinierung der Aufgaben und die Vertretung der Beschlüsse der Delegiertenversammlung,

c) Stellungnahme zu wichtigen Sachfragen,

d) Erstattung eines Rechenschafts- und Jahresabschlussberichtes am Schluss eines jeden Kalenderjahres für die Delegiertenversammlung.

e) Erstellung des Haushalts- oder Wirtschaftsplanes.

f) Der Vorstandsvorsitzende oder sein Stellvertreter ist mit Sitz und Stimme in der Sächsischen Landesstelle gegen die Suchtgefahren vertreten.

§ 11 Revisionskommission

Zur Prüfung der Arbeit des Vorstandes, einschließlich der Kassen- und Jahresabrechnung, wählt die Delegiertenversammlung eine Revisionskommission, bestehend aus mindestens 2 Mitgliedern, Wahl aller 3 Jahre.Sie dürfen nicht Mitglied des Vorstandes, müssen aber Mitglied des Landesverbandes sein. Sie haben mindestens einmal jährlich die Kasse und die Jahresabrechnung mit den Unterlagen zu prüfen. Das Ergebnis der Prüfung ist der Delegiertenversammlung schriftlich bekannt zu geben. Die Delegiertenversammlung entscheidet über die Entlastung des Vorstandes.

§ 12 Arbeitskreise

1. Zur Durchführung bestimmter Aufgaben können vom Vorstand Arbeitskreise einberufen werden. Diese haben keine Entscheidungsbefugnisse.

2. In den Arbeitskreisen können auch interessierte oder fachlich kompetente Personen mitarbeiten, die nicht Delegierte sind.

§ 13 Auflösung

Bei Auflösung des Vereins oder wenn die Durchführung des Satzungszweckes unmöglich geworden ist, fällt das Vermögen der Landesverbandes an das Diakonische Werk der Ev.- Luth. Landeskirche Sachsens zu.

§ 14 Inkrafttreten

Die Veränderungen der Satzung zum 28.02.2015 treten mit der Eintragung in das Vereinsregister in Kraft.