Frauenseminar vom 04.05. bis 06.05.2018 in Seifhennersdorf

 

 Am 04.05.2018 war es endlich wieder so weit. Das von vielen Frauen gern besuchte Frauenseminar fand in Seifhennersdorf im Querxenland statt.
Das diesjährige Thema lautete: „Überlebenstraning im Umgang mit Menschen mit narzisstischen Persönlichkeitsanteilen in der Suchthilfe“.
Bei dem ersten Blick auf das Thema, hatten viele ein Fragezeichen in den Augen. Hat das Thema was mit mir zu tun? Kenne ich Menschen, die narzisstische Persönlichkeitsanteile haben? Habe ich vielleicht selbst welche? Und wo ist da ei Zusammenhang mit Sucht zu finden?
Es versprach also von vornherein, eine spannendes Seminar zu werden.
Am Freitag waren wir dann 24 Frauen. Sigrid und Beatrice eröffneten das Seminar. Sigrid tat dies mit ein wenig Wehmut. Sie hat das Seminar viele Jahre geleitet. Nun ist es aber an der Zeit sich ein wenig zurück zu nehmen. Sie wird künftig am Seminar teilnehmen, aber die Leitung in Beas und Jackys Hände legen.

Es gab dann eine Vorstellungsrunde. Natürlich kennen sich viele der Frauen, aber es sind auch dieses Jahr wieder einige neue Gesichter dazu gekommen. Alle kamen gut miteinander ins Gespräch und waren gespannt auf den nächsten Tag.

 

 

Am Samstag 9.00 Uhr ging es dann mehr oder weniger ausgeruht weiter.
Katrin Leithold …… war angereist. Sie hatte nun die Aufgabe uns zu erklären, was Narzissmus bzw. was Menschen mit narzisstischen Persönlichkeitsanteilen sind. Und was hat das mit Sucht zu tun? 

Es war festzustellen, dass sich schon viele von uns Frauen mit dem Thema beschäftigt hatten. Es gab da zBsp. Lebenspartner in der Vergangenheit, Lebenspartner von denen sich gerade losgelöst wird oder den Vater, der explodiert wenn nicht alles nach seiner Pfeife tanzt. Wer und was ist denn nun aber so ein Mensch? Wem schadet das?
Narzissten kennen keine Empathie. Es dreht sich alles um das eigene Ich. Sie können sich nicht in Andere reinversetzen. Diese Persönlichkeiten lassen sich auch schwer Grenzen aufzeigen. Es ist fast nicht zu glauben, dass ein niedriges Selbstwertgefühl dahinter steckt und versucht wird dadurch dies zu überspielen. In jedem Narzissten steckt ein kleines bedürftiges Kind.
Was hat das denn nun mit uns zu tun? Gerade Frauen mit Suchthintergrund, bzw. Frauen eines Betroffenen sind oft mit sich am Arbeiten. Sie sind dabei ihre eigenes Ich zu finden und ihr Selbstwertgefühl zu stärken.
Menschen mit narzisstischer Persönlichkeitsstörungen schaffen es jemandem dort weh zu tun, wo es richtig weh tut. Sie legen sprichwörtlich den Finger in die offene Wunde. Das tut seelisch weh. Demzufolge erschwert es das Miteinander und der Umgang mit diesen Situationen ist eine zusätzliche Herausforderung für den Suchtbetroffenen.
Eine Möglichkeit dem Menschen mit narzisstischen Persönlichkeitsanteilen etwas Einhalt zu gebieten kann funktionieren, indem man ihm keine Bühne biete sich in den Mittelpunkt zu stellen. Das ist sicher leichter gesagt als getan. Wichtig ist es sich abzugrenzen und dies auch körperlich zu zeigen. Es ist wichtig, sich auf seinen eigenen Selbstwert zu besinnen. Ein Thema woran wir Menschen in der Sucht ja ständig arbeiten. Sich selbst definieren, Autonomie, Zugehörigkeit, das sind alles Dinge, von denen wir immer wieder feststellen, dass wir sie nicht aus dem Auge lassen dürfen und überprüfen müssen wo wir da gerade stehen.

Katrin Leithold erklärt uns auch wie durch Erziehung narzisstische Anteile hervorgelockt werden.
Es gibt da das verwöhnte Kind, welches nicht lernt sich selbst zu trösten und seine Bedürfnisse immer und am besten sofort befriedigt bekommt.
Auch dem Kind einer Hubschraubermutter (überängstlich) und dem Kind welches nicht gesehen werden begünstigende Grundlagen mit auf den Weg gegeben. Es ist also ein sehr komplexes Thema.

Nach der Mittagspause ging es dann in kleinen Arbeitsgruppen weiter. Wir schätzten uns gegenseitig und uns selbst ein. Wie ist dies zu verstehen? Jeder schrieb auf was er an sich mag. Es war festzustellen, dass uns das allen nicht sehr leicht viel. Im Gegensatz dazu stand allerdings wie schnell wir tolle Eigenschaften an den anderen Gruppenmitgliedern feststellen und aufschreiben konnten. Diese fanden wir durch die intensiven Gespräche heraus. Die Schicksale der einzelnen Frauen und wie sie damit umgehen sind bewundernswert. Und die Erkenntnis das jeder sein Päckchen zu tragen und seine eigene Geschichte, auch in Bezug auf die Alkoholabhängigkeit zu bewältigen hat, verbindet.

Nach dem Abendbrot trafen wir uns zu einem geselligen Abend. Nach einem kleinen Gesellschaftsspiel wurde viel erzählt und gelacht.

Am Sonntagmorgen herrschte schon wieder Abschiedsstimmung.

Nach dem Wort zum Sonntag werteten wir die Kleingruppenarbeit und das Seminar aus.
Es war ein rundum gelungenes, sehr informatives Seminar. Es war höchstens zu kurz. Die Zeit war so schnell weg.

Vielen Dank an Katrin Leithold, Beatrice und Sigrid. Sigrid wurde zum Abschied ganz herzlich gedankt.

Auch hier nochmals vielen Dank liebe Sigrid für dein großes Engagement im Landesverband und hier speziell für die vielen super organisierten Frauenseminare.

Wir freuen uns, dich im nächsten Jahr als Teilnehmerin begrüßen zu können.

Jacqueline Klieme

 

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