Bericht zum 2. Betroffenenseminar vom 15.06.2018 – 17.06.2018 im Kiez Seifhennersdorf

Freitagabend trafen sich wieder zahlreiche Freunde und Freundinnen zum diesjährigen 2. Betroffenenseminar. Das gewählte Thema für dieses Jahr war „Co-Abhängigkeit“. Mirko begrüßte die Anwesenden und nach Klärung einiger organisatorischer Fragen ging es auch schon los.

In der Vorstellungsrunde wurde deutlich, das wesentlich mehr Betroffene als betroffene Angehörige teilnahmen. Hier wurde ein Problem, der Suchtselbsthilfe deutlich. In den frühen Jahren der Suchtselbsthilfe bis in die 90 er Jahre war es fast selbstverständlich, dass die Angehörigen auch eine Gruppe aufgesucht haben. Inzwischen hat sich dieses Bild jedoch gewandelt. Darüber entspann sich eine lebhafte Diskussion, wie man dies ändern könne. In einigen Gruppen läuft dies wohl sehr gut und sie berichteten über Ihre Erfahrungen.

 

Frau Ziegler von der Suchtberatungsstelle Radebeul begrüßte uns am Samstagmorgen. Sie erzählte uns sehr praxisnah, wie Co-Abhängigkeit entsteht, was Sie bedeutet und wie man sie überwindet. Hier waren wir alle gefragt, unser Erlebtes und unser Wissen mit einzubringen.

Ein kleines Schauspiel von Mirko und Jana unter Regie von Frau Ziegler machte die unterschiedlichen Rollen und das Dilemma der Angehörigen mehr als deutlich. Für wen es noch nicht klar war wurde an diesem Samstag deutlich, dass Sucht nicht nur den Betroffenen belastet sondern das vielmehr die ganze Familie, ja das ganze persönliche Umfeld darunter leidet und sich verändert.

Die Aufgabe der Kleingruppen am Nachmittag bestand darin, ein Rollenspiel auszudenken, welches Sie am Sonntagmorgen aufführen sollten. Hier sollten sich die Teilnehmer über Ihre Rolle, Ihr Erlebtes und Ihre Bewältigungsstrategien austauschen. Nach anfänglichem Zögern waren dann doch alle Gruppen mit Feuereifer bei der Sache. Der Abend ging mit vielen Gesprächen zu Ende.

 

 

Béatrice führte uns mit einer nachdenklichen Geschichte in den Sonntagmorgen.

Die Rollenspiele der Kleingruppen ließen uns zum Teil lachen, machten aber auch nachdenklich. Viele erkannten sich in der einen oder anderen Situation wieder. Wir sprachen dann über, dass, was wir bei den Rollenspielen gefühlt und gedacht haben. Manche haben erst jetzt verstanden, was sie bzw. ihre Krankheit in ihrem Umfeld angerichtet hat. Das war für einige ein sehr emotionaler Moment.

Die Schlussrunde zeigte, wie wichtig dieses Thema ist. Nachdenklich und trotzdem gestärkt fuhren wir dann nach Hause.

Mirko Schober