Bericht zum Infoseminar

vom 12.08.2016 – 14.08.2016 in Seifhennersdorf

Am Freitagabend trafen sich 25 Freunde und Freundinnen aus 10 Freundeskreisen zum diesjährigen Infoseminar. Das Wochenende stand unter dem Thema „ Medikamente in der Behandlung der Alkoholabhängigkeit“. Auch dieses Mal konnten wir neue Teilnehmer begrüßen, die sich wunderbar einbrachten.

Wir begannen mit einer Vorstellungsrunde, in der jeder Teilnehmer nicht nur seinen Namen etc. bekannt gab, sondern auch seine Erfahrungen mit der medikamentösen Behandlung der eigenen Alkoholabhängigkeit. Bis auf die zur Entgiftung üblichen Medikamente waren alle überrascht, wie wenig Teilnehmer mit den Medikamenten in Berührung gekommen sind.

Zum Abschluß wurde noch über Neuigkeiten aus den Gruppen gesprochen. In der Zittauer Gruppe hat sich die Situation nach dem plötzlichen Tod des Gruppenleiters entspannt. Frau Dr. Beate Noack hat die Leitung der beiden existierenden Gruppen übernommen. In der Nieskyer Gruppe wurde der krankheitsbedingte Ausfall von Sigrid Wirth gut verkraftet. Der Freundeskreis läuft im gewohnten Umfang ohne Probleme weiter. Der Abend endete mit vielen Gesprächen.

Samstagmorgen begann Simone Mattukat (Diplompsychologin Suchtberatungs- und -behandlungsstelle des Diakonischen Werk Kamenz e.V.) mit Ihrem Vortrag zu dem o. g. Thema. Über die Grundlagen der Alkoholabhängigkeit kamen wir zu einigen speziellen Formen der Behandlung. So zum Bsp. das kontrollierte Trinken, das sogenannte Cut Down Drinking und die Behandlung mit Selincro. Alle diese Behandlungsformen wurden herausgelöst aus dem emotionalen Hype um diese Themen auf ihr Ziel, ihre Wirkungsweise, sowie die Vor- und Nachteile beleuchtet.

Im letzten Teil des Referats nach der Mittagspause wurde erläutert, welche Wirkungsweisen, Ansätze, Chancen und Nachteile die Behandlung mit Antabus/Disulfiram, Kampral, Distraneurin etc haben. Hier konnten einige Teilnehmer ihre persönlichen Erfahrungen einbringen

 

Anschließend wurde die Arbeit in drei Kleingruppen fortgeführt. Hier wurde über unterschiedliche Themen, wie z. Bsp. kontrolliertes Trinken und Medikamente in der Suchtbehandlung – Fluch und Segen nochmals ausführlich gesprochen. Nach diesem anstrengenden Tag endete der Abend bei Gegrilltem und Unterhaltungen.

Mirko las am Sonntagmorgen zur Tageseinstimmung ein Gedicht aus dem Freundeskreisbuch vor. Danach begann die Auswertung der Kleingruppen. Es entspann sich eine lebhafte Diskussion zu den Ergebnissen. Nach einer kurzen Pause zeigte Simone Mattukat Bilder von ihren Reisen. Wir setzten die Auswertung nach diesen eindrucksvollen Bildern fort. Im abschließenden Feedback wurde das Seminar als gelungen betrachtet. Viele neue Erkenntnisse konnten gewonnen werden. Es wurde der Wunsch geäußert, öfter die Referenten das ganze Wochenende dabei zu haben. Mirko erläuterte, dass dies an Problemen mit der Finanzierung durch den Landesverband und teilweise terminliche Überschneidungen bei den Referenten scheitert. Sobald sich jedoch die Chance ergibt, wird dieser Vorschlag gern aufgegriffen.

Nachdem sich alle nochmals gestärkt und verabschiedet hatten, traten wir mit vielen Gedanken und Erkenntnissen versehen die Heimreise an.

Mirko Schober

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