Bericht zum Frauenseminar

vom 22.04. bis 24.04.2016 in Seifhennersdorf

Am 22. April war es endlich wieder soweit. In Seifhennersdorf trafen sich 24 Frauen aus 10 Freundeskreisen zu unserem Frauenseminar unter der Thematik: Die Identität der Frau in der Sucht.  

Wir begannen den Freitagabend mit einer Schweigeminute für unsere Bea Wolf. Sie ist leider viel zu früh von uns gegangen. Wir werden sie sehr vermissen und nicht vergessen.    

In der Freitag abendlichen Vorstellungsrunde stellten wir mit Freuden fest, dass etliche neue Mitstreiterinnen angereist waren, so dass die Art der Vorstellung zwar gleich dem vorigen Jahr war, was dem Ganzen aber keinen Abbruch tat, da es doch sehr interessant war. Es wurden noch organisatorische Dinge für den Ablauf besprochen.

Ganz herzlich begrüßten wir am Samstagmorgen unsere Referentin Katrin Leithold. Wir begannen den Vormittag unter dem Motto „Ich bin wie ich bin!“ oder „Wer bin ich und, wenn ja, wie viele" IDENITÄT?

Die Identität wird in fünf Säulen dargestellt, Leiblichkeit(dazu zählt Fitness, Gesundheit, Körperwahrnehmung und Sexualität), soziale Beziehung( Familie, Freunde, Kollegen, Netzwerke), Arbeit und Leistung( Status, Erfolg, Anerkennung), materielle Sicherheit(Wohnung, Geld, Kleidung, Unabhängigkeit), und Werte, Sinn und Lebenshaltung(Kraft, Motivation, Spiritualität). Dabei ist es möglich und sogar notwendig, dass die Individualität eines jeden im Laufe der Entwicklung veränderbar ist.

Die Frauen stellten bei sich fest, das gerade in der Sucht diese Säulen erheblich ins Schwanken gerieten und sie durch das meistern von persönlichen Krisen wieder ins Lot bringen konnten. Dabei ist natürlich noch nicht alles geschafft, aber schon die Erkenntnis und der Mut es ändern zu wollen zeugt von Stärke.

Dieses kam in den Diskussionen zum Ausdruck. Durch die Sucht sind einige z.Bsp. gleichgültig, lustlos, interessenlos geworden, was sich wiederum auf die Familie, die Arbeit ausgewirkt hat. Bei den Partnern oder Kollegen führte das zu Unsicherheit, Selbstzweifeln Ängstlichkeit oder sie wurden ruhig, zogen sich zurück. Die Betroffenen waren nicht mehr die, welche sie kannten, ihre Identität hatte sich geändert. Aber die meisten haben es geschafft und durch die Abstinenz sich ein positives Selbstbild verschafft und eine neue Identität aufgebaut.

Es war ein sehr interessanter Vormittag, welcher wieder viel zu früh endete.

Am Nachmittag tauschten sich die Frauen in den Kleingruppen aus, wobei es um Themen ging, wie: „Welche Krisen haben mich wachsen lassen?“, "Wodurch habe ich sie gemeistert ?“ und    „Was ist mein Markenzeichen?“.

Den Abend ließen wir in einer angeregten Gesprächsrunde ausklingen.

Am Sonntagmorgen las Béatrice eine Geschichte der Auseinandersetzung mit dem eigenen Ich vor.

7Danach werteten wir die Arbeit der Kleingruppen aus. Man kann dazu nur sagen: Hut ab. Alle Frauen haben großartiges geleistet und sind noch dabei. Es ist auch zum Ausdruck gekommen, das ohne die Hilfe, sei es die Therapie, Familie, Freunde, Selbsthilfegruppen und andere kaum möglich gewesen wäre, diesen Weg so einzuschlagen, und sei es Schritt für Schritt.  

Ein Spruch zum Abschluss von unseren Frauen: „ Es sind die kleinen Dinge, die das Leben bunt und lebenswert machen. „

Béatrice Schober

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