Männerseminar KIEZ Querxenland Seifhennersdorf

 

Leben mit Masken

Zu diesem Thema fand vom 6. bis 8. August das diesjährige Männerseminar in Seifhennersdorf statt.

Aus 8 Freundeskreisen waren 25 Männer angereist.

 

Wie gewohnt, fand am Freitag nach Erledigung der Formalitäten und dem Abendessen erst mal eine Vorstellungsrunde statt.

Danach schrieb jeder von uns seine Erwartung an das Seminar auf.

 

Am Sonnabend vormittag hielt Herr Müller-Merkel (Suchtberatung Caritas Dresden) ein sehr interessantes Referat.

Zuerst ging er auf die Geschichte und die historische Bedeutung von Masken ein, z.B. ihre Benutzung zu kultischen bzw. rituellen Handlungen oder als Zeichen der Macht.

 

Später benutzte man Theatermasken, um bestimmte Charaktere darzustellen und damit die Handlung des Theaterstücks für alle Zuschauer verständlich zu machen.

Weiter ging es über die verschieden Arten und Funktionen von Masken in unterschiedlichen Zeitepochen bis in die heutige Zeit.

Die Menschen bedienen sich einer Art Maske, indem sie sich anders darstellen, als sie eigentlich sind (z.B. "cool" wirken).

 

So ist auch der Alkoholkonsum eine Maske: der Mensch versucht, Charaktereigenschaften, deren er sich schämt, wegzutrinken (Angst, Schüchternheit usw.).

So ist dann also unsere zufriedene Abstinenz eine Rückkehr zur Ehrlichkeit.

 

 

Die intensive Kleingruppenarbeit am Nachmittag und die Auswertung der Ergebnisse widerspiegelten die hervorragende Qualität des Referates.

 

 

Bis in den späten Abend saßen wir zusammen und diskutierten über männliche Charaktereigenschaften und Verhaltensweisen, über unsere abgelegten "Masken" und über das Zeigen von Gefühlen in besonderen Situationen.

 

 

Das sintflutartige Unwetter, das draußen tobte, konnte der positiven und angeregten Stimmung keinen Abbruch tun. Wir trotzten ihm mit guten Gesprächen und gesundem Essen.

Am Sonntag vormittag wurde verglichen, inwieweit das Seminar unsere Erwartungen erfüllt oder sogar übertroffen hat.

Die Teilnehmer waren überaus positiv beeindruckt. Abschließend möchte ich sagen:

Jeder abstinente Alkoholiker kann stolz auf sich sein, denn es erfordert Mut, ohne Maske zu leben und zu seinen Fehlern bzw. Charakterschwächen zu stehen.

Um seine Schwächen und Fehler zu beseitigen, muss man an sich selbst arbeiten und nicht an einer Maske, die alles Schlechte zudeckt.

Die Zufriedenheit in der Abstinenz kann nur von Dauer sein, wenn man sich und andere ohne Maske akzeptiert.

 

Uwe Wolf