Erlebniswoche für Kinder suchtkranker Eltern vom 12.-16.10.2009 in Schirgiswalde

In diesem Jahr nahmen 14 Kinder und 10 Eltern bzw. Großeltern an der Veranstaltung teil.

Montag: Nachdem alle Teilnehmer ihre Zimmer bezogen und gemeinsam Mittag gegessen hatten, fand im Haus der Begegnung die offizielle Begrüßung statt. Um anfängliche Hemmungen und Ängste abzubauen, war ein gemeinsamer Spaziergang durch die nähere Umgebung geplant, jedoch musste aufgrund des anhaltend kalten und regnerischen Wetters diese "Schnupperrunde" im Saal stattfinden, was aber der guten Laune keinen Abbruch tat.

Anschließend fand wieder ein Fotoshooting statt, damit die Kinder mit diesen Fotos Mitbringsel fr ihre Eltern, Großeltern, Geschwister oder Freunde basteln konnten.

Danach führte Wolfgang Heinisch mit den Eltern eine Gesprächsrunde zu Problemen zwischen Eltern und Kindern durch, während die Kinder allerlei hübsche Dinge bastelten und sich angeregt unterhielten. Nach dem Abendessen sahen wir uns den Film von der Kinderwoche 2008 an.

Dienstag: Auch das schlechte Wetter konnte uns den Frühsport nicht vermiesen.

Nachdem wir dann ausgiebig gefrühstückt hatten, gestaltete Frau Mattukat (Suchtberatung Kamenz) den Vormittag mit den Kindern.

Spielerisch und in kindgerechter Weise wurde die Sucht der Eltern erklärt und die Kinder konnten ohne Ängste über ihre negativen Erlebnisse und Erfahrungen sprechen. Es ist sehr wichtig, dass die Kinder erkennen, dass sie mit ihren Problemen nicht allein sind, Nur durch Gespräche untereinander und mit verständnisvollen Erwachsenen können die Kinder das Erlebte verarbeiten, ohne seelischen Schaden zu nehmen.

Da es ausnahmsweise mal nicht regnete, konnte anschließend die Zeit bis zum Mittagessen genutzt werden, um sich auf dem Spielplatz auszutoben.

 

Nachmittags gab es für Eltern und Kinder etwas Wissenswertes, Interessantes und auch Lustiges zur gesunden Ernährung: Fitnesstrainerin Susanne Fichtner veranstaltete einen Wissenstest zum Thema Essen und Trinken, gab Ratschläge zur gesunden Ernährung und bereitete mit den Kindern Fruchtmixgetränke und Obstsalate zu.

 

Dann war bis zum Abendessen Basteln angesagt: die Kinder gestalteten ihre Bilder weiter, fertigten Bommeltiere oder beschfätigten sich mit Windows Color.

Nach dem Abendbrot hielt Frau Rayczyk (Suchtberatung Kamenz) für die Eltern ein hervorragendes Referat zum Thema "Die Abhängigkeit der Eltern aus der Sicht der Kinder". Die anschließende rege Diskussion zeigte die Wichtigkeit dieser Problematik. Währenddessen sahen sich die Kinder einen Zeichentrickfilm an.

Mittwoch: An diesem Vormittag hatten wir den Rettungshundeverband Lausitz e.V. eingeladen.

Zuerst erzählte uns Herr Konkel Wichtiges über das Verhalten der Hunde und den Umgang mit ihnen. Wie man sehen konnte, wurde dieses Wissen von den Kindern gleich in die Praxis umgesetzt.

Dann ging es trotz eisiger Kälte hinaus auf die große Wiese. Dort zeigten die Hunde ihr Können: über Hindernisse springen, durch Röhren kriechen, balancieren und jemanden suchen und auch finden. All diese Übungen, die die Hunde prima beherrschten, dienen dazu, in Notsituationen Menschen zu retten. Selbstverständlich waren die Kinder begeistert von den Hunden und probierten selbst diese "Kunststücke" aus. Da das Wetter sportliche Aktivitten im Freien kaum zuließ, fuhren wir am Nachmittag gemeinsam zum Baden in die Körse-Therme.

Nach dem Abendessen war es dann so weit: die lang ersehnte Mini-Maxi-Playbackshow begann! Die musikalischen Auftritte der Kinder - sowohl einzeln als auch in Gruppen bzw. mit ihren Eltern - sorgten natürlich für großen Spaß. Zum anderen ist aber eine solche Aktion ein gutes Mittel, um Hemmungen im Umgang mit anderen Menschen abzubauen und auch die Beziehung zwischen Eltern und Kindern zu verbessern.

Der Donnerstagmorgen überraschte uns mit Schnee. Deshalb verlief unser Besuch bei der Verkehrswacht Bautzen anders als geplant. Da an Radfahren im Verkehrsgarten gar nicht zu denken war, hatte man sich einen "Plan B" ausgedacht:

Aus Springseilen entstand mitten im Saal eine Straße, mit Kreide wurde ein Zebrastreifen gemalt, und los ging es. Ein Kind hielt ein Verkehrsschild hoch, gefahren wurde mit einem Spielzeug-Motorrad. Wie gehe ich über die Straße, wer hat Vorfahrt, von welcher Seite steige ich aufs Rad, was bedeuten die Verkehrsschilder … All das wurde spielerisch geübt, um den Kleinen das richtige Verhalten im Straßenverkehr zu vermitteln.

Zum Abschluss verschaffte man sich Bewegung mit einem Würfelspiel durch den ganzen Saal, wobei die Kinder selbst die Spielfiguren waren. Es war ein sehr gelungener Vormittag, vor allem dank der Polizistin Frau Fiedler.

 

Auch der Nachmittag verlief anders als geplant. Der nasse Schnee war zwar ideal zum Schneemannbauen, machte aber eine Schatzsuche im Wald unmöglich.

Aber trotzdem wurden wie immer zwei Mannschaften gebildet. Die Kinder jeder Mannschaft mussten gemeinsam mehrere Aufgaben lösen wie z.B. Tier- und Pflanzenrätsel bzw. sportliche "Höchstleistungen" vollbringen. Tauziehen, Sackhüpfen oder Doppelhosenrennen machen auch im Saal Spaß und aus dem Tannzapfen-Zielwurf wurde ein Schneeball-Zielwurf auf der Terrasse. Und auch im Haus gibt es gute Verstecke für den Schatzkoffer.

Am Abend bastelten die Kinder ihre Kunstwerke fertig und sahen sich anschließend noch einen Film an.

Der Freitag stand im Zeichen des Abschieds. Nach dem Frühstück setzten wir uns im Saal zusammen, um die Woche auszuwerten. Jeder konnte sagen, was ihm gefallen hat und was nicht, was man besser machen könnte und was man sich für das nächste Jahr wünscht. Sowohl die Kinder als auch die Eltern bzw. Großeltern äußerten sich positiv zum Ablauf der Veranstaltung. Die Wünsche für nächstes Jahr werden, soweit es möglich ist, im Ablaufplan der Erlebniswoche 2010 Beachtung finden.

Zusammenfassend kann gesagt werden: Die Veranstaltung trug dazu bei

das durch die Sucht der Eltern oftmals geringe Selbstbewusstsein der Kinder zu stärken,

das Verhältnis zwischen Eltern und Kindern zu verbessern (durch die gemeinsame Woche konnten die Kinder ihre abstinent lebenden Eltern "neu" kennen lernen und wieder Vertrauen zu ihnen aufbauen),

Ängste der Kinder im Umgang mit anderen Menschen abzubauen,

den Gemeinschaftssinn der Kinder zu fördern

sowie die zufriedene Abstinenz der Eltern zu festigen.

Ein großer Dank an die Sponsoren, die Organisatoren, die Verkehrswacht, an den Rettungshundeverband und alle anderen, die zum Gelingen dieser Veranstaltung beigetragen haben.

Bea Wolf

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