Männerseminar 2009 in Schirgiswalde

Vom 14. bis 16.August 2009 fand im schönen Schirgiswalde unser nun schon traditionelles Männerseminar statt. Nach dem check-in und dem gemeinsamen Abendbrot an der frischen Luft konnte das Seminar im „Haus der Begegnung“ starten.

eder Teilnehmer empfing am Eingang eine Kerze. Die Mitglieder aus verschiedenen Freundeskreisen des Landesverbandes Sachsen stellten sich vor. Jeder sprach auch über die Sachen, die ihn gerade bewegen oder die ihm zur Zeit Sorge bereiten. Um diese geäußerten privaten Angelegenheiten in die Obhut der versammelten Gemeinschaft zu legen, entzündete jeder seine Kerze und stellte sie in die Mitte.

Wir hatten das Gefühl, „angekommen“ zu sein und betrachteten uns nun das Thema: „Rückfall – Träume – Sucht“. Die Erwartungen und die Vorstellungen zum Seminar wurden eingefangen und an der Pin-Wand gespeichert.

Am Sonnabend konnten wir Herrn Müller–Merkel zu seinem Referat begrüßen. Herr Müller–Merkel ist Leiter der Suchtberatungsstelle der CARITAS in Dresden und den Meisten von uns kein Unbekannter.

Herr Müller–Merkel erklärte am Beispiel des „Rad der Veränderung“ von Prochaska & Clemente die Verbindung von der Absichtslosigkeit, der Absichtsbildung bis zum Rückfall, mit allen dazwischen auftretenden Empfindungen, anschaulich. Warum Rückfall? Ein Zurück in ein altes Muster. Die jetzige Situation (trocken) befriedigt auch nicht. Eine alkoholische Situation ist auch nicht nur schlecht. Was ist aber mein Anspruch an das Leben? Welche Indikatoren finde ich.

C.G. Jung: „Viele Träume sind unbewusste Wünsche“.

S. Freud: „Was ist ein unbewusster Wunsch?“

Feststellungen, die zum Gespräch und zur Diskussion einluden. Was geht aber in der Seele des Menschen vor? Wie geht er mit Veränderungen und Beeinflussungen um? Das wurde am menschlichen Gehirn erarbeitet. Wir lernten die Funktion des Bewussten und des Unbewussten kennen. Wir wissen jetzt, wie wir die zwischen den beiden (Bewusstes und Unterbewusstes) gelagerten Träume einschätzen können und wie das Ganze manipuliert werden kann. Es wurden dabei auch die verschiedenen menschlichen Typen, die so im Leben existieren, am eigenen Erlebten erkannt. Ein „Schieberegler“ zwischen Ordnung und Chaos veranschaulichte deutlich, dass das Eine das Andere nicht unbedingt ausschließt, sondern ein gesundes Miteinander der Beiden von Vorteil sein kann.

Träume sind oft Hinweise über unsere Lebenbalance. Sie sind aber auch Zielorientierung fürs Leben.

Ein geballter und spannender Vortrag.Vielen Dank!

Nun konnte und musste die Gruppenarbeit am Nachmittag kommen. Zuviel Spannung lag in der Luft. Die gemeinsame Auswertung am Abend bestätigte dieses Gefühl. Es wurde hart gearbeitet und um Positionen gerungen. Alle waren sich über die Bedeutung des Themas einig. So eine Draufsicht auf unser Leben hatte keiner in diesen Dimensionen erwartet. Alle waren aber froh, diese Seiten des „hinein hören“ in unser Leben kennen gelernt zu haben.

 

 

Das Eis in Crostau am Abend war nach dem anstrengenden Tag wohl verdient.

Der Sonntag begann mit den Gedanken zum Tage. Eine Betrachtung über den Gebrauch von Gleichnissen damals und heute. Anschließend werteten wir unsere ausgearbeiteten Fragen vom Freitag aus. Die aufgestellten Erwartungen wurden im Seminar erfüllt.

Zur eigenen Bestätigung und zum Dank an die Gemeinschaft wurde von jedem noch einmal seine Kerze angezündet und brennend in die Mitte gestellt. Ein anspruchsvolles Seminar ging leider zu Ende. Schade nur, das sich weniger als erwartet dafür interessierten. Ist das „Typisch Mann“ ? (vor zwei Jahren Thema des Männerseminars) Die, die dabei waren, sind um einiges reicher nach Hause gefahren.

Horst Friese

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