Jugendseminar vom 16.10. - 18.10.2009 in Schirgiswalde

 

Aus 5 Freundeskreisen des LV Sachsen waren 13 junge Leute (teils selbst Betroffene, teils Angehörige von Alkoholkranken) angereist, um an dieser Veranstaltung teilzunehmen.

Nach den Anmeldeformalitäten und dem Abendessen trafen wir uns zu einer Vorstellungsrunde der anderen Art: jeder interviewte seinen Nachbarn (Name, Alter, Wohnort, Beruf, Hobby usw.) und stellte sich dann als dieser vor. So erfuhren wir allerlei voneinander und anfängliche Hemmungen wurden schnell abgebaut. Während dessen baute die Gruppe FREI.TAKT (zwei junge Männer namens René und Tomy) im Saal ihre Technik auf.

René, der trockener Alkoholiker ist, erzählte uns aus seinem Leben, von Entgiftungen, Therapien, Erfahrungen mit illegalen Drogen, von seinen Gefühlen, persönlichen Erlebnissen und der Musik, die seinen Lebensmittelpunkt darstellt und ihm hilft, zufrieden abstinent zu leben. Von dieser Musik bekamen wir zum Abschluss des Abends einige sehr gute Kostproben zu hören.

 

Am Samstagvormittag hielt Sylvio Noack ein sehr interessantes Referat zum Thema TRINKLIMIT, in das er die jungen Leute mit einbezog, so dass eine rege Diskussion entstand. Anschließend wurden Themen für die nachmittägliche Kleingruppenarbeit ausgegeben.

Nach dem Mittagessen bereiteten sich die Jugendlichen darauf vor, in kleinen Theaterstücken Situationen nachzuspielen, in denen jemand sein Trinklimit überschritten hat. Beispielsweise, wie widerlich es ist, wenn einem bei einer Party schlecht wird oder er sich auf die eine oder andere Weise "daneben benimmt".

Die Aufführungen dieser kleinen Episoden waren voll gelungen. Einerseits riefen sie natürlich Gelächter hervor, andererseits stimmten sie uns auch nachdenklich. Man überlegte, ob man evtl. selbst schon einmal für ähnliche Peinlichkeiten gesorgt oder bei Freunden erlebt hat.

Um den Kopf wieder frei zu bekommen und dem Körper etwas Gutes zu tun, fuhren wir nach dem Abendessen zum Baden in die Körse-Therme.

 

Am Sonntag setzten wir uns nach dem Frühstück zusammen. Anstelle des "Wortes zum Sonntag" las ich meine Geschichte "Die Ohrfeige" vor, die vom 2. Weltkrieg, einem 14jährigen Jungen und der kräftigen "Handschrift" seiner Mutter erzählt. Danach diskutierten wir über Kriege, Lügen, Beeinflussung, Täter und Opfer.

Nach einer kurzen Pause begannen wir das Seminar auszuwerten. Jeder Teilnehmer bewertete die einzelnen Aktivitäten auf einer Skala von 1 - 6 und erklärte, warum ihm was gefallen hat oder nicht. Zum Abschluss wurden Ideen und Wünsche für das Jugendseminar 2010 geäußert.

Zusammenfassend wird festgestellt, dass die Veranstaltung sehr positiv bewertet wurde.

Sie hat maßgeblich dazu beigetragen:

bei den selbst betroffenen jungen Leuten die zufriedene Abstinenz zu stärken und

die Angehörigen zu einem bewussten und mäßigen Umgang mit dem Alkohol anzuhalten.

Herzlichen Dank an alle, die zum Gelingen des Seminars beigetragen haben.

Bea Wolf

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