7. Informationsseminar für Leiter und Moderatoren von Selbsthilfegruppen vom 18. bis 20.09.2009 in Seifhennersdorf

Aus neun Freundeskreisen waren 32 Männer und Frauen angereist, um gemeinsam ein informatives und schönes Wochenende zu verbringen. Nach den üblichen Anmeldeformalitäten begann der Freitagabend mit einem reichhaltigen Abendessen.

Anschließend begrüßte Sigrid die Teilnehmer offiziell und dann fand eine Vorstellungsrunde der anderen Art statt. Jeder musste seinen Nachbarn interviewen und sich dann als er (oder sie) vorstellen. Das gab einiges Gelächter.

Uwe informierte uns über allerlei wichtige Dinge, wie z.B. die Handhabung der Beantragung von Fördergeldern, Angebote zur Weiterbildung, Kalenderbestellung usw. Das Gesagte wurde in schriftlicher Form jedem Teilnehmer überreicht.

Den Abschluss des Abends bildete das gemeinsame Eisessen im Café des Freibades.

Der Samstagmorgen beinhaltete das Herzstück des Seminars: das Referat von Kerstin Rayczyk zum Thema „Helfersyndrom“.

In hervorragender Weise erläuterte sie zuerst, was ein Helfersyndrom ist. Dann wurde anhand eines Fallbeispiels diskutiert, wie und inwieweit man helfen kann bzw. soll. Die Meinungen waren sehr unterschiedlich. Weiter schilderte Kerstin die Gefahren falschverstandener Nächstenliebe, die verschiedenen Helfertypen und ihre unterschiedlichen Motive. Sie erläuterte sehr anschaulich, wie Helferpersönlichkeiten entstehen können, wann Helfen krank macht und zeigte Parallelen zur Co-Abhängigkeit auf.

In dem Abschnitt „Gefahr für Gruppenleiter - Gefahr für die ganze Gruppe!“ machte sie die möglichen Auswirkungen auf Selbsthilfegruppen deutlich. Zum Abschluss gab sie Ratschläge zur Hilfe für bzw. gegen Menschen mit einem Helfersyndrom.

 

Bei der Kleingruppenarbeit am Nachmittag zeigte sich, wie sehr Kerstins Vortrag auf uns gewirkt hatte. Jeder von uns fand Parallelen dazu in seinem Umfeld oder bei sich selbst. Nach dieser geistigen Anstrengung war es nun wichtig, den Kopf wieder frei zu bekommen.

 

Deshalb führte uns der Räuberhauptmann Karasek durch die Wälder und erzählte uns allerlei geschichtliche Begebenheiten aus der Gegend. Es war ein wunderschöner Spaziergang (wir hatten das ganze Wochenende Super-Wetter).

 

Nachdem nun Körper und Geist zum Einsatz gekommen waren, machte sich schlichtweg der Magen bemerkbar. Darum sorgte Grillmeister Eberhard für unser leibliches Wohl. Bei dem herrlichen Wetter schmeckte es an der frischen Luft besser denn je, und wir saßen noch lange zusammen und hatten eine Menge Spaß.

Am Sonntagmorgen trafen wir uns nach dem Frühstück im Saal. Zuerst las uns Sigrid die Geschichte vom kleinen Baumwollfaden vor, welche uns sehr nachdenklich stimmte.

Im Anschluss daran wurden die Ergebnisse der Kleingruppenarbeit vorgetragen und diskutiert.

In der darauf folgenden Auswertungsrunde wurde die Veranstaltung, vor allem das Referat von Kerstin Rayczyk, rundum gelobt. Auch soll die Kleingruppenarbeit unbedingt beibehalten werden. Außerdem wurden einige interessante Themenvorschläge für künftige Seminare gemacht.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen verabschiedeten wir uns voneinander und traten die Heimfahrt an, viele von uns mit dem Wunsch, beim nächsten Mal wieder dabei zu sein. Das Wochenende war eine Bereicherung für uns alle: wir haben viel gelernt über gute und schlechte Hilfe, unser Verhalten gegenüber anderen und uns selbst. Wir wurden bestärkt in der Richtigkeit unserer Abstinenz und wir konnten dieses schöne Wochenende gemeinsam mit alten und neuen Freunde erleben.

Bea Wolf

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