Betroffenenseminar I im KIEZ Querxenland Seifhennersdorf

Nachdem alle Teilnehmer (26 Personen aus 8 Freundeskreisen) angereist und die üblichen Anmeldeformalitäten erledigt waren,

begrüßte Uwe die Anwesenden und gab einige organisatorische Hinweise. Danach erläuterte Horst den Ablauf des Seminars und wies auf einige spezielle Gegebenheiten im Objekt hin.

 

Nach dem Abendessen trafen wir uns im Seminarraum, um unsere Erwartungen an das Seminar herauszuarbeiten.

Anschließend wurden in kleinen Gruppen Fragen diskutiert, die darauf zielten, die Gedanken und Ansichten der Teilnehmer zu unterschiedlichen Dingen des Lebens näher zu beleuchten.

Der Samstag begann mit einem leckeren, reichhaltigen Frühstück. So waren wir gut gerüstet für Horsts Referat zum Thema „Wandel der Beziehung durch Abstinenz: Anpassung oder …?“.

In seinem Vortrag erläuterte Horst die Entwicklungsphasen des Alkoholismus nach Jellinek einschließlich der physischen, psychischen und sozialen Folgen der Alkoholkrankheit. Hier konnten wir Parallelen ziehen zu unserer eigenen „Suchtkarriere“ bzw. der unseres Partners. Dann sprach Horst über das Leben nach der Therapie aus der Sicht des abstinenten Betroffenen, der Angehörigen und besonders der Kinder.

Nachmittags wurde in 4 Kleingruppen gearbeitet.

Ein reger Erfahrungsaustausch fand statt zu Fragen wie:

Wie hat sich mein Leben von einst zu heute geändert?

Was würde ich heute anders machen?

Was hat sich bewährt?

Wo gibt es Hilfe?

Anschließend trafen wir uns wieder im Seminarraum, um die Zusammenfassungen der Arbeiten der einzelnen Gruppen auszuwerten.

Unter anderem wurde herausgearbeitet, dass es nicht reicht, den Alkohol einfach wegzulassen. Die Angehörigen, vor allem die Kinder, müssen durch Beratungsgespräche etc. lernen, mit der neuen häuslichen Situation umzugehen. Es ist wichtig, in der Partnerschaft über Probleme zu sprechen, um Konflikte auf vernünftige Weise lösen zu können. Die Partner müssen wieder Vertrauen zu einander aufbauen, sich gegenseitig Freiräume lassen und durch ihre Lebensweise den Kindern ein Vorbild sein.

Nach dem Abendbrot gingen wir in die Silberteichbaude, um Eis zu essen. Die Auswertung der vierten Gruppe wurde aus Zeitgründen auf Sonntag verschoben.

Auch der Sonntag begann mit einem reichlichen Frühstück. Anschließend versammelten wir uns wieder im Seminarraum, um nach dem üblichen „Wort zum Sonntag“ die gestrige Auswertung zu beenden.

Danach wurden einige Informationen gegeben und das Seminar ausgewertet. Es wurde herausgearbeitet, dass es unseren am Freitag geäußerten Erwartungen entsprochen hat.

Nach der Ausgabe der Zertifikate äußerten noch einmal alle Teilnehmer ihre Meinung zum Seminar. Sowohl die Betroffenen als auch die Angehörigen bezeichneten es als sehr gelungen und lehrreich.

Lediglich ein paar kleine Kinkerlitzchen wurden bemängelt: dem einen war das Bett zu hart, dem anderen die Essenszeit nicht angenehm. (Nun ja: allen Leuten recht getan ist eine Kunst, die niemand kann.)

Nach dem Mittagessen verabschiedeten wir uns von einander und fuhren bei schönem Wetter (welches uns über das ganze Wochenende beschert war) nach Hause

Bea Wolf

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