Erlebniswoche für Kinder suchtkranker Eltern 20.10.-24.10.2008


Montag:

Die Anreise auf den Schirgiswalder Fuchsberg fand unter den besten Bedingungen statt. Kinder und Eltern waren guter Dinge und hatten zudem sonniges Herbstwetter mitgebracht.


Bevor die Kinderwoche aber so richtig beginnen konnte, galt es zuerst einmal, die notwendigen organisatorischen Dinge zu klären, Zimmer zuzuteilen und Schlüssel zu verteilen. Natürlich kam dabei aber auch die Freude des Wiedersehens oder des neuen Kennenlernens nicht zu kurz. Es war schön, dass man nicht nur "alte" Gesichter begrüßen durfte, sondern dass auch in diesem Jahr wieder Eltern und Kinder den Weg zu uns fanden, die unsere Veranstaltung vorher noch nicht besucht hatten.

Doch egal, ob "alt" oder "neu", alle Teilnehmer waren sehr aufgeschlossen und kamen von Anfang an sehr gut miteinander aus, so dass sich niemand fremd oder gar ausgeschlossen fühlen musste.

Nun war es auch schon Zeit für das erste Mittagessen, das uns wie gewohnt sehr gut schmeckte. Danach trafen wir uns alle zur offiziellen Begrüßung im "Haus der Begegnung", das für die nächsten Tage unser zentraler Anlaufpunkt werden sollte. Nachdem Eltern und Kinder von den Betreuern (allen voran Simone Krause) herzlich begrüßt worden waren und sich die Betreuer noch einmal allen Anwesenden kurz vorgestellt hatten, ging es auch schon zum ersten "Ereignis": dem Fototermin. Bei strahlendem Sonnenschein schossen wir viele Fotos von den Kindern und Eltern, die wir dann später noch für unsere Bastelideen brauchen würden.


Bevor wir aber mit dem (fast schon traditionellen) Basteln von Bilderrahmen, Window-Color und Bommeltieren begannen, stand erst einmal ein erster kleiner Spaziergang durch die nähere Umgebung des Fuchsberges auf dem Programm, bei dem wir weitere Bastelmaterialien (Blätter, Zweige, Tannenzapfen etc.) sammelten.


Danach trafen wir uns wieder im "Haus der Begegnung". Dort bastelten die Kinder - später auch zusammen mit den Eltern - an schönen Erinnerungsbildern oder eben auch Bommeltieren oder Window-Color-Motiven. Die Eltern trafen sich währenddessen aber zuerst einmal zu einer kleinen Elternrunde, die unser ehemaliger Landesvorsitzender Wolfgang Heinisch leitete.


Schnell schon war die Zeit für das Abendessen heran. Danach stand für den Abend die Vorführung des Films über die vorjährige Kinderwoche 2007 an. Dabei wurden wir noch einmal sehr schön an die Erlebnisse des letzten Jahres erinnert und auch die neu Dazugekommenen erhielten einen ersten Einblick darauf, was ihnen die Woche noch bieten würde. Mit einer kleinen Nachtwanderung ließen wir den Tag ausklingen und stiegen voller Vorfreude auf die nächsten Tage in unsere Betten.


Dienstag:

Da wir auch in diesen Tag mit vollem Elan einsteigen wollten, trafen wir uns noch vor dem Frühstück zum Frühsport. Danach stärkten wir uns bei Tee, Kaffee und Orangensaft sowie Brötchen, Marmelade und Käse für den Tag.


Danach luden Simone Mattukat und ihre Assistentin Friederike Hoppe die Kinder zu einer Gesprächsrunde ein, die sich in spielerischem Rahmen mit den Problemen von Kindern suchtkranker Eltern auseinandersetzte, wobei die Kinder auch viel ihrer eigenen Erfahrungen einfließen lassen konnten.


Nach einem herzhaften Mittagessen war für den Nachmittag eine Waldwanderung mit dem ansässigen Förster geplant. Dieser hatte zwar einen dringenden Termin, aber er hatte für kompetenten Ersatz in Person seiner Kollegin gesorgt, die uns bei noch immer sehr schönem Wetter bei unserer Wanderung durch den Wald auf viele interessante Sachen hinwies, z.B. mit welchen unterschiedlichen Methoden man das Alter von Bäumen bestimmen kann. Neben der körperlichen Ertüchtigung erlebten wir daher auch eine äußerst lehrreiche Wanderung.




Für die Zeit nach dem Abendessen trafen wir uns wieder im "Haus der Begegnung". Bea las - zur Freude aller Anwesenden - wieder einmal eine Märchengeschichte aus ihrem reichhaltigen Fundus vor, der wir gespannt lauschten.


Während Kerstin Rayczyk von der Suchtberatung Kamenz für die Erwachsenen ein Referat über die Entwicklungsphasen bei Kindern und Jugendlichen sowie die Störung der Entwicklung durch Suchtprobleme hielt, trafen die Kinder wichtige Vorbereitungen für den Mittwochabend, an dem eine Mini-Maxi-Playbackshow stattfinden sollte (wie jedes Jahr eines der "Highlights" der Kinderwoche). Die Kinder suchten sich Musik aus und bastelten "Mikrofone" für den großen Auftritt. Leider machte uns der einsetzende Regen einen gehörigen Strich durch die Rechnung und ließ die geplante Gespensterjagd buchstäblich ins Wasser fallen.


Mittwoch:

Auch für den Mittwoch hatten wir uns viel vorgenommen, weshalb wir uns mit Frühsport erst einmal in Form brachten. Danach das stärkende Frühstück und anschließend trafen wir uns wieder im "Haus der Begegnung", diesmal um gemeinsam mit einer Ernährungsberaterin gesunde und alkoholfreie Cocktails zu mixen. Alle hatten großen Spaß beim Ausprobieren und Experimentieren, so dass am Ende eine Vielzahl leckerer Fruchtcocktails entstanden war, die wir nun gemeinsam mit großem Genuß probierten.

Dann war es auch schon Zeit für das Mittagessen. Heute konnten wir die Stärkung besonders brauchen, denn am Nachmittag erwartete uns bereits die "Körse-Therme", ein Erlebnisbad, in dem wir uns alle einmal so richtig austoben konnten. Da konnte uns auch der immer noch anhaltende Regen die Stimmung nicht vermiesen. Nach zwei Stunden ausgelassenen Tobens fuhren wir zurück zum Fuchsberg, um uns dort kurz Atem zu holen und zu Abend zu essen.


Denn dann stand der große Auftritt bei der Playback-Show bevor. Vor allem die Kinder waren mit viel Spaß bei der Sache und traten sogar mehrmals auf. Aber auch die Eltern und Betreuer ließen sich nicht lange bitten und trugen so zum Gelingen des Abends bei, den wir mit einer Tombola, bei der es keine Nieten gab, würdig ausklingen ließen.


Donnerstag:

Heute musste der Frühsport leider ausfallen, aber dafür konnten wir uns auf einen weiteren Höhepunkt freuen. Denn um 9 Uhr besuchte uns die Rettungshundestaffel, deren Hundeführer uns zunächst viel Wissenswertes über den richtigen Umgang mit Hunden erklärten. Die heimlichen Stars des Vormittages aber waren die Rettungshunde. Diese zeigten uns dann auf einer Wiese nicht weit weg von unseren Unterkünften, was sie alles beherrschten.


Klettern auf wackeligen Gerüsten, Balancieren auf Wippen, Überspringen von Hindernissen und das Kriechen durch enge Röhren; all dies führten uns die Hunde vor und der Selbstversuch vieler Kinder zeigte, dass dies alles keineswegs so einfach ist, wie es ausschauen mag. Einen großen Dank dafür an die Hunde und ihre Ausbilder.


Nachdem wir uns so fast genauso ausgiebig bewegt und frische Luft getankt hatten wie die Rettungshunde, hatten wir uns das Mittagessen mehr als verdient.

Am Nachmittag stand dann die traditionelle Koffersuche auf dem Plan, die uns nicht nur körperlich bei Tauziehen und Sackhüpfen forderte, sondern uns auch unseren Geist auf die Probe stellte, wenn es z.B. darum ging, Tiere richtig einzuordnen oder verborgene Dinge zu ertasten, um so den "Kofferdieben" auf die Spur zu kommen.


Das war ein großer Spaß für uns alle.



Nach einem kräftigen Abendessen schnitzten wir Gesichter in Kürbisse, um beim anschließenden Lagerfeuer eine passende Beleuchtung zu haben.



Wie im vorigen Jahr erfreute und Herr Hildebrandt vom Rothenburger Männerchor mit lustigen Liedern, und bei Bratäpfeln und Knüppelkuchen hatten wir trotz Kälte großen Spaß.


Freitag:

Nach dem Frühstück trafen wir uns im "Haus der Begegnung", um die vergangene Woche auszuwerten und Wünsche für das nächste Jahr zu äußern. Auch diesmal hatten die einzelnen Aktivitäten den Kindern und Eltern (bzw. Großeltern) sehr gut gefallen.


Somit kann festgestellt werden, dass die Erlebniswoche ein Erfolg war:

  • Kinder und Erwachsene konnten sich - jeder auf seine Weise - mit der Sucht auseinander setzen und über ihre Probleme austauschen, wodurch die zufriedene Abstinenz der betroffenen Eltern bzw. Großeltern gestärkt wurde.
  • Durch die Aktivitäten wurde der Gemeinschaftssinn der Kinder gefördert.
  • Das teilweise nicht so herzliche Verhältnis innerhalb der Familien, das durch die Sucht bedingt ist, wurde verbessert: Eltern und Kinder sind einander näher gekommen.


Nach einem - wie immer feinen - Mittagessen reisten die Teilnehmer ab.
Dass die Erlebniswoche so gut und erfolgreich verlaufen ist, ist das Verdienst aller, die daran beteiligt waren: die Kinder, Eltern und Großeltern, die Helfer und Organisatoren, die Leute vom Feriendorf Fuchsberg sowie die Institutionen, Firmen und Privatleute, die durch ihre finanziellen und Sachspenden die Durchführung dieser Veranstaltung möglich gemacht haben.

Vielen Dank an alle !

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