Mars, Venus und Autobahnen nach Amerika


Männerseminar 2008 15.08.-17.08.2008 Neu-Schirgiswalde

Freitag: Das Wetter meinte es nicht gut mit uns an diesem Wochenende. Aber der Dauerregen und die dicken Wolken, die tief zwischen den Bäumen hingen, schafften es trotz aller Anstrengungen nicht, die gute Stimmung zu vertreiben, die von Anfang an bei diesem Männerseminar herrschte. Und so begrüßten wir uns alle fröhlich und witzelnd am Freitag.



Nach einem deftigen Abendbrot trafen wir uns im Haus der Begegnung zu einer ersten Begrüßungsrunde: auch, um uns alle etwas besser kennen zu lernen; vor allem auch jene, die zum ersten Mal bei einem Männerseminar waren.


Zu Letzteren gehörte auch ich und ich muss sagen, es war sehr wohltuend, so herzlich aufgenommen zu werden. Ein kleines Spiel half beim Kennenlernen. Unser Horst, der zusammen mit Frank das Seminar unter seine Fittiche genommen hatte, legte einen ganzen Stapel Bilder aus, aus denen wir uns dasjenige aussuchen sollten, welches uns am meisten ansprach.



Anschließend erzählte jeder kurz, warum er dieses oder jenes Bild ausgewählt hatte. So erfuhr man doch schon einiges mehr als nur die Namen der Anderen.


Nachdem auch das notwendige Organisatorische der nächsten Tage besprochen war, gestatteten wir uns einen ersten Blick auf das Thema des Sonnabend-Vortrags („Mars und Venus – Männer und Frauen verständigen sich“) und ließen unseren Gedanken über diesen Titel freien Lauf. Schon nach kurzer Zeit hatten wir eine stattliche Liste von Begriffen, die wir mit dem Titel verbinden, von Distanz und Rollen über Stärke und Verführung bis hin zu Ursprung und Vernichtung des Lebens. Es versprach also spannend zu werden am nächsten Tag. Danach setzten wir uns noch in kleinen Grüppchen zusammen, die Einen, um noch ein wenig über das Thema Sucht zu sprechen, die Anderen, um etwas Fußball zu schauen oder einfach nur zu reden. Manche nutzten aber auch die Zeit einfach einmal für sich.


Sonnabend: Nach einem kräftigen Frühstück, das uns genügend Energie für den bevorstehenden Tag geben sollte, trafen wir uns um 9.30 Uhr wieder im Haus der Begegnung. Heute nun stand zunächst der Vortrag von Herrn Müller-Merkel – „Mars und Venus. Männer und Frauen verständigen sich“ – im Mittelpunkt.


Zum Einstieg wählte er einen Witz, der sehr gut das Problem illustrierte, das es zu bearbeiten galt:


Ein Mann geht am Nordseestrand spazieren und findet dabei eine Flasche. Er öffnet sie und heraus springt ein Flaschengeist, der dem Mann zum Dank einen Wunsch erfüllen möchte. Der Mann wünscht sich daraufhin eine Autobahn, die direkt von Europa nach Amerika führt; weil er gern einmal mit dem Auto nach Amerika fahren würde. Darauf antwortet der Flaschengeist: „Es tut mir leid, aber ich bin doch nur ein kleiner Geist. Hast Du denn nicht noch einen anderen Wunsch?“ Da sagt der Mann, er würde gern die Frauen verstehen können.

Darauf antwortet der Geist: „Wie war das noch mal mit der Autobahn? Zwei- oder vierspurig?“


Der Vortrag, den Herr Müller-Merkel hielt, beschäftigte sich im Wesentlichen mit der Frage nach den Unterschieden in der Kommunikation zwischen Männern und Frauen, nicht nur innerhalb des Problems Sucht sondern auch ganz generell im alltäglichen Zusammenleben. Er zeigte auf, wie sich diese Unterschiede in der Menschheitsgeschichte entwickelten und wieso heutzutage vermehrt Probleme und Konflikte in der Kommunikation zwischen den Geschlechtern auftreten können. Es war ein sehr interessanter, immer wieder mit Beispielen aufgelockerter Vortrag, der viele neue Einsichten vermitteln konnte.


So war dann auch die Diskussion in der Gruppe sehr rege. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Herrn Müller-Merkel für sein Referat.




Nach dem Mittagessen zogen wir uns in Kleingruppen zurück, um das Vortragsthema noch weiter zu vertiefen und auf unsere Lebenssituationen anzuwenden.

 

 

Nach zwei Stunden intensiver Arbeit trafen wir uns wieder im „Haus der Begegnung“ um unsere Ergebnisse einander vorzustellen. Auch dabei fanden wir wieder etliche Diskussionspunkte.



Nach dem verdienten Abendbrot machten sich viele von uns noch auf den Weg in eine nahegelegene Eisdiele, um den Tag ausklingen zu lassen.

 

Sonntag:
Zwar stand der Sonntag schon im Zeichen der Abreise, aber zuvor trafen wir uns ein letztes Mal im „Haus der Begegnung“, um das Seminar auszuwerten und uns (für einen geplanten Artikel im „Freundeskreisjournal“) über die Männerarbeit in Sachsen zu unterhalten. Auch wurden heute verschiedene Ideen für künftige Seminare ausgetauscht.


Insgesamt wurde das Seminar von den Teilnehmern, vor allem auch den neu hinzugekommenen, als sehr positiv und erfolgreich eingeschätzt.

Dann bekamen alle Teilnehmer ihr Zertifikat, und zum Abschluss des Seminars sahen wir uns noch eine Folge der mdr-Sendereihe „Fakt ist...“ an, in dem das Problem der Alkoholsucht diskutiert wurde.

Nach dem abschließenden Mittagessen verabschiedeten wir uns voneinander, setzten uns in unsere Autos und fuhren, den Kopf voll neuer Gedanken, zurück nach Hause.

Christian

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