Bundeskongress der Freundeskreise für Suchtkrankenhilfe, in Brandenburg/Havel

 

Am 06.06.2008 war es soweit:

32 Freunde aus 7 Freundeskreisen des Landesverbandes Sachsen begaben sich auf den Weg nach Brandenburg.

 

Nach guter Fahrt kamen alle wohlbehalten im Park Hotel Seehof in Brielow am Beetzsee an.

 

 

Das Hotel lag mitten in der Natur am See und uns umgab eine ruhige Atmosphäre.

 

Nachdem wir uns alle etwas frisch gemacht hatten, ging es auf zum Tagungsort, dem Stahlpalst in Brandenburg. Es war nicht allzu weit und der Weg dorthin war gut zu finden. Pünktlich um 18.00 Uhr waren dann alle vor Ort.
Da die Nieskyer Freunde die ersten waren, hatten die Sachsen natürlich gleich wieder die besten Plätze ganz vorn. Der gesamte Tisch wurde reserviert und so waren wir dann alle komplett.

Um 18.00 Uhr nahmen wir erst mal ein schmackhaftes Abendbrot ein. Danach waren wir für die nächsten Stunden gestärkt und voller Erwartung, was uns der Abend so bringen mag. Durch die Musikschule Brandenburg wurde der Kongress eröffnet.

Durch das Programm führte Jacqueline Engelke, Journalistin, Dipl. Psychologin aus Kassel. Unser Vorsitzender des Bundesverbandes der Freundeskreise für Suchtkrankenhilfe Rolf Schmidt nahm die Begrüßung vor und eröffnete den Kongress mit einleitenden Worten. Danach sprach der Vorsitzende des Landesverbandes Brandenburg, der Gastgeberstadt, Frank Hasche zu den Tagungsteilnehmern. Er dankte allen Freundinnen und Freunden für das Kommen und wünschte uns viele gute Gespräche und ein paar schöne Tage in Brandenburg.


Es folgten mit Grußworten:

  • Sabine Bätzig, Drogenbeauftragte der Bundesregierung
  • Winfried Alber, Staatssekretär des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Familie des Landes Brandenburg
  • Dr. Dietlind Tiemann, Oberbürgermeisterin der Stadt Brandenburg
  • Prof. Jobst Böning, Vorsitzender Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS)
  • Theo Wessel, Vertreter Gesamtverband für Suchtkrankenhilfe (GVS)
  • Susanne Kahl-Passow, Direktorin des Diakonischen Werkes Berlin - Brandenburg-schlesische Oberlausitz e.V.
  • Hannelore Breuer, Vorsitzende des blauen Kreuzes in der Evangelischen Kirche (als Vertreterin des Blauen Kreuzes in Deutschland, der Guttempler in Deutschland und des Kreuzbundes).

Anschließend fand eine kurze Talkrunde mit Prof. Jobst Böning, Theo Wessel und Hannelore Bräuer statt. Dabei ging es um die Erweiterung der Angebote für Suchtkranke und Angehörige, auch in den Vor- und Nachmittagsstunden, die Wichtigkeit der Jugendarbeit u.a.


Nach einer kurzen Pause begann der Referent des Vortrages "Vielfalt der Lebenswelten - braucht Vielfalt der Freundeskreise", uns einen kleinen Einblick auf das Referat am Samstagmorgen zu geben. Er zeigte uns erste Impulse des nächsten Tages und wir waren nun doch gespannt, was uns der nächste Tag bringen mag, denn das, was wir am Freitag hörten, war schon spitzenmäßig.

Der ganze Auftakt wurde immer wieder durch die Musikschule mit schönen musikalischen Genüssen untermalt.

 

Im Anschluss daran gab die Gruppe Licht aus Berlin ein kleines Konzert mit einem Einblick in ihre musikalische Arbeit.


Die Titel der Gruppe sind alle selbst geschrieben und komponiert; sie haben sehr viel das Thema Alkohol zum Inhalt. Bei manchen Liedern wurde ich sehr nachdenklich, und bei dem Lied "Mein Papa trinkt", vorgetragen von einem Mädchen, liefen mir Schauer über den Rücken. Das Konzert war super, und noch angeregt diskutierend traten wir gegen 23.00 Uhr unsere Rückfahrt zum Hotel an. Unsere Körper riefen nach Schlaf.

 

Nach einer kurzen aber geruhsamen Nacht ließen wir uns das Frühstück erst einmal so richtig schmecken. Und auf ging's zum zweiten Tagungstag.

Unter dem Thema:

  • Lebenswelten der Deutschen
  • Kennenlernen des Sinus-Milieus
  • Grundorientierung auf der Milieukarte
  • Was kann die Sucht-Selbsthilfe tun, um der Vielfalt und Unterschiedlichkeit von Lebenswelten gerecht zu werden?

wurde von Dr. Hermann-Jesef Beckers ein hervorragender Vortrag gehalten.
Das Besondere lag darin, dass er seine Ausführungen in sehr lockerer Art von sich gab, auch lustige Abschnitte wurden mit eingebaut, es gab mal was zum Lachen und andere Sachen ließen einen wieder nachdenklich werden. Einfach genial, das muss man erlebt haben!
In der Kaffeepause brachten wir uns selbst an einer Grafik des Sinus-Milieus in Deutschland an, indem wir kleine Punkte oder auch nur Stückchen eines Punktes daran befestigten.


Das Resultat, genau wie Dr. Beckers es vorausgesehen hatte:


Und so verging der Vormittag wie im Fluge.

 

Der Nachmittag war so gestaltet, dass sich jeder sein Ziel aussuchen konnte. Von Museumsbesuch, Stadtrundfahrt, Schifffahrt oder Arbeitsgruppe jeder hatte die Qual der Wahl.

Nun wurde es für mich schwer. Niesky nahm an einer der Stadtrundfahrten teil. Wir stellten fest, Brandenburg ist mit seinen Kanälen und Seen eine sehr schöne Stadt.

 

Ganz einladend die vielen Eisdielen, wo wir auch etliche Sachsen trafen.

Aber auch in den Arbeitsgruppen gab es sehr gute Gespräche, die Erfahrungasaustausche mit anderen Freunden waren dort das Hervorragende, wie mir Martin Günther mitteilte. So waren wir Sachsen überall vertreten.
Der Abend nahte, und nach einem reichhaltigen Abendessen erwartete uns ein tolles Programm.
Kurze Gespräche zum Thema und Erfahrungen wurden mit dem Moderator des Abends André "Ecki" Eckhardt in das Abendprogramm eingebaut, so dass es sehr informativ und abwechslungsreich war.

 

Die Showtanzgruppe "eventeens" begeisterte uns mit Liedern und Tänzen der 50er, 60er und 70er Jahre. Das war super und wir sangen und klatschten kräftig mit.

Im Hotel angekommen, fielen wir wieder wie tot in die Betten.

 

Sonntag: der letzte Tag.

Das Frühstück war super, der Kaffee brachte uns auf die Beine und auf ging es in die letzten Stunden.
Der Tag begann mit einem Gottesdienst. Durchgeführt wurde er vom Pfarrer Ulrich Barniske, Evangelisch-Reformierte Kirchengemeinde Brandenburg a.d.H.und einem Katholischem Priester aus der Schweiz. Wir Nieskyer fanden das super, obwohl wir alle nicht gläubig sind.


Den Abschluss bildete ein Gespräch, geführt von der Moderatorin Frau Engelke mit Andreas Bosch, stv. Vorsitzender des Bundesverbandes, und Jürgen Roth, Sprecher des AK - JuMuS.

Rolf Schmidt sprach das Schlusswort, und Frank Hasche bedankte sich noch einmal allen Teilnehmern und Helfern.


Danach übergab "Beppo" Josef Mayer aus Bayern dem Vorsitzenden des Landesverbandes Brandenburg symbolisch die Laterne. Mit dieser Übergabe und noch einem Applaus an all die Kräfte hinter den Kulissen und die fleißigen Bienchen(Bedienung) endeten 3 wunderschöne Tage in Brandenburg. Wir konnten wieder einmal sehen und spüren, was für eine Kraft wir sind, was für eine Gemeinschaft 870 Gleichgesinnte: ein ganz tolles Gefühl.

Und somit gingen 3 tolle Tage viel zu schnell zu Ende, und noch tief beeindruckt von dem Erlebten traten wir unsere Heimreise an.

Sigrid Wirth

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