Betroffenenseminar 2008

 

Das Seminar unter dem Motto: "Angst vor der Angst" fand vom 18. 07. 2008 bis 20. 07. 2008 in Schirgiswalde statt. 30 Personen nahmen daran teil.

Nach dem Abendbrot versammelten wir uns, um Gedanken zum Thema "Angst vor der Angst" zu sammeln.


Verschiedene Meinungen über "Angst" wurden zusammengetragen. Wir stellten einen breiten Meinungskorridor fest.

Was kann denn nun ANGST VOR DER ANGST sein?


Hier das Ergebnis vom Freitagabend:

  • keine Krankheit,
  • Rückblick,
  • gesunde Angst; krankhafte Angst (Panik),
  • Erzeugung als Therapie oder Methode,
  • Versuch des bewußten Abbau,
  • Erfüllung von Bedürfnissen,
  • Rückfälle trotz Vorbereitung,
  • Angst vor dem schon einmal Erlebten,
  • Gibt es eine Angst vor der Angst?,
  • Wenn ich bewußt Angst erleben könnte,
  • Ich habe Angst vor der Angst meines Partners (Gesellschaft),
  • Erzeugt Angstüberwindung Respekt?


Gespannt waren wir nun auf den Vortrag der Referentin Frau Mohn, Diakonie Pirna.

Am Sonnabend nach dem Frühstück war es dann so weit. Die Freundeskreise sind mutig, weil sie sich so intensiv mit der Angst beschäftigen, meinte Frau Mohn.


Der Mensch setzt sich Ziele und hat, um diese Ziele zu erreichen, Erwartungen. Das Nicht-Erreichen-Können der Ziele kann Ängste erzeugen. Angst ist Gefühl und kann unangenehm empfunden werden. Das Gehirn ist nicht auf Ruhe und Stillstand eingerichtet und nimmt Situationen z. B. Gerüche, Feuer war. Der Körper reagiert unterschiedlich. Streßsituationen und Adrenalin-Zufuhr sind die Folge. Der Mensch will fliehen oder auch kämpfen oder er macht seinem Ärger Luft. Die Sache wird überspielt. Zum einen durch selbstsicheres Auftreten oder durch unsicheres Verhalten.

(oben) Flucht mit dem gefüllten Rucksack.

(unten) Die Füllung "in die Hand" nehmen.


Erworbene Ängste:

Ich schaffe die geforderte Leistung nicht.
Man fühlt sich schwächer als es die Situation erfordert. Prüfungen oder nach gescheitertem Vorstellungsgespräch der nächste Anlauf.
Die Angst vor Blamage


Traumatische Angst:

Das Ausgeliefertsein z. B. bei Naturkatastrophen, Kriegen oder Unfällen.
Das Gehirn schaltet in diesen Fällen eine Schutzfunktion ein. Die Ereignisse werden ungefiltert wahrgenommen. Fazit: Jeder Mensch trägt einen Rucksack mit Gedanken, Bildern usw.
Mit diesem Rucksack ist er eigentlich auf der Flucht. Diese Wahrnehmungen muss er "in den Griff" bekommen. Er muss damit "umgehen" können.


Was ist zu tun?

Die Angst muss eingestanden werden.
Ihr soll bewusst entgegen getreten werden.
Das Angstobjekt personifizieren (einen Namen geben).
Einen Notfallplan erstellen (Was tut mir gut?) Die Gedanken (Lebensereignisse) sind steuerbar.



"Ich habe Angst, dass ich Angst bekomme" ist also keine Lösung. Angst "in die Hand" nehmen.

Was ist der Gewinn aus Angst für mich. Wird Angst sinnvoll?


Am Nachmittag trafen sich die Teilnehmer des Seminars.

In kleineren Gruppen wurde das Erfahrene aus dem Referat mit dem Ausgearbeiteten vom Freitagabend verglichen, abgewogen und mit den persönlichen Erfahrungen aus dem eigenen Leben gesichtet.

Die Ergebnisse der Arbeit in den Gruppen wurden am frühen Abend zusammengetragen und diskutiert.


Mit Gedanken zum Sonntag begann der neue Morgen.

Sorgen und Neuigkeiten, Probleme und mögliche Verbesserungen in unserer gemeinsamen Arbeit wurden im Anschluss vorgetragen und kontrovers behandelt.

DANKE
an Frau Mohn für die Impulse, die uns hoffentlich für das weitere Leben stärken. an die "Guten Geister" der Feriensiedlung, die uns kulinarisch verwöhnt haben.

Host Friese

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