"Die Kinderwoche aus der Sicht des kleinen Julian"

 

Die Woche mit Kindern 2007 war meine erste Kinderwoche und meine allererste Reise allein mit meinem Papa. Ich bin nämlich erst 1¾ Jahr alt. Ach ja, und ich heiße Julian. Und weil das alles so neu und spannend für mich war, möchte ich Euch auch ein wenig davon erzählen.

Am Montag Vormittag hatte mein Papa mich und ganz viele Kisten und Taschen und Koffer im Auto verstaut und mir erzählt, dass wir jetzt verreisen würden. Leider konnte die Mama nicht mitkommen, weil sie arbeiten musste. Und los gings.

Am Mittag kamen wir dann in Neuschirgiswalde an.Da waren ganz viele Ferienhäuser und am Eingang stand ein Schild: "Am Fuchsberg". Aber obwohl ich jeden Tag nachgesehen habe; ein Fuchs war dort nie.

Dafür gab es aber einen Sandkasten und ein Klettergerüst und ganz viele andere Kinder. Erstmal gab es aber Mittagessen: Nudeln!!! Da konnten wir alle so richtig reinhauen. Danach war ich von oben bis unten mit Nudeln und Soße bekleckert und glücklich. Dann musste ich aber Mittagsschlaf machen. Das war vielleicht langweilig. Die anderen Kinder waren schon größer und sind derweil wandern gegangen.

Am Nachmittag weihte ich dann den Sandkasten ein. Zum Glück hatte ich mehrere Bagger und Kipper und Schaufeln mitgebracht und konnte damit beginnen, den Sandkasten umzugraben.

Die anderen Kinder haben mir bei dieser schweren Aufgabe aber tatkräftig zur Seite gestanden und zusammen hatten wir den ganzen Sandkasten im Nu "umgekrempelt".

 

Dann war Basteln angesagt. Manche Kinder machten so komische Tiere aus Wolle. So etwas hatte ich noch nie gesehen. Sie nannten das Bommeltiere und ich muss sagen: die sahen richtig toll aus! Mein Papa fing dann an, Photos von den Kindern und den Eltern zu machen. Daraus sollten dann später Bilder in selbstverzierten Bilderrahmen werden.

 

Und manche Kinder malten auch mit Farben auf durchsichtige Folien. Das hieß "Window-Color" oder so und man konnte super mit den Farben herumpantschen. Papa sah zwar nicht so begeistert aus, als er meine verschmierten Hände sah, aber ich fand es klasse.

Nach dem Abendbrot, bei dem ich meinem Papa Würstchen, Brot und Käse weggegessen habe, haben wir uns noch den Film von der Kinderwoche im letzten Jahr angesehen.

Das war total lustig, wie die Kinder (und vor allem die Eltern) da manchmal ausgesehen haben.

 

Der Dienstag begann mit Frühsport. Ich habe mich zwar erfolgreich davor gedrückt, weil ich dem Papa einfach immer davongelaufen bin, aber die Anderen haben kräftig mitgemacht. Sie sind nach links und nach rechts gelaufen, haben die Arme in die Höhe geworfen, getanzt und sich gestreckt...Vielleicht mache ich da beim nächsten Mal doch mit.

 

Nach einem reichhaltigen Frühstück musste ich mich erst mal wieder um den Sandkasten kümmern. So eine Baustelle kann man ja auch nicht einfach so unbeaufsichtigt lassen., oder?

Ein paar Kinder haben mir wieder kräftig geholfen. Mittlerweile waren wir schon richtig gute Freunde und ein gutes Team geworden, obwohl ich manchmal am liebsten mit allen Baggern und Kippern gleichzeitig gespielt hätte.

Die anderen Kinder trafen sich währenddessen zu einer kleinen Gesprächsrunde. Papa und ich fuhren dann nach Schirgiswalde, um die Photos zum entwickeln abzugeben.

 

Als wir wieder zurückkamen, war da schon eine Journalistin (oder so ähnlich) da, die für eine Zeitung einen Bericht über die Ferienwoche schreiben wollte. Ein Mann mit einem großen Fotoapparat machte dazu Bilder von uns.

 

Wir spielten Ball und kletterten und warfen Laub in die Luft. Kein Wunder, dass wir zum Mittagessen völlig ausgehungert den Speisesaal stürmten. Dann musste ich (schon wieder) Mittagsschlaf machen.

Aber diesmal erwartete mich eine Überraschung, als ich aufwachte, denn Opa war jetzt auch noch gekommen und begrüßte mich erst mal mit einer Rosinenschnecke.

Am Nachmittag war dann wieder spielen und basteln angesagt, während der Opa sich zu einem Begrüßungsgespräch mit den Erwachsenen traf.

Dabei merkte ich, dass man aus der Wolle nicht nur tolle Bommeltiere machen kann, sondern die Wolle auch prima zu langen Fäden ausrollen und durch den Raum werfen kann. Kurz gesagt; man kann ein tolles Durcheinander damit anstellen. Und der Papa musste hinterherlaufen und alles wieder zusammenrollen. Das war ganz nach meinem Geschmack, hihi.

Nach dem (wiedereinmal reichlichen) Abendessen trafen sich die Eltern dann noch zu einem Vortrag und wir Kinder spielten wir Fußball oder bastelten. Und außerdem gab es natürlich auf unserer Sandkastenbaustelle noch genug zu tun.

Dann musste ich ins Bett. Aber als ich einschlief, hörte ich von draußen gruselige Geräusche, gespenstisches Gelächter und immer wieder zuckten Lichtblitze durch den Wald. Ich zog mir den Decke über den Kopf und hoffte, dass die Gespenster nicht ins Haus kommen würden.

Am nächsten Tag erfuhr ich, dass die Kinder und die Eltern eine Nachtwanderung gemacht hätten und dabei zwei etwas dusselige Gespenster aufgeschreckt und tapfer in die Flucht geschlagen hätten. Das eine Gespenst ist vor Schreck sogar über eine Wippe gestolpert und an einer Schaukel hängengeblieben. Es soll wie mein Papa ausgesehen haben aber das kann ich gar nicht glauben.

Mittwoch: Wieder begann der Tag mit Frühsport, Baustelleninspektion und Frühstück. Danach kamen Mitarbeiter vom DRK, um den Kindern etwas über erste Hilfe beizubringen. Ich weiss das aber nicht genau, denn dafür bin ich noch zu klein. Außerdem würden Papa und ich heute wieder zurück nach Hause fahren, weil ich langsam wieder Heimweh und Sehnsucht nach Mama bekam.

Nach dem Essen verabschiedete ich mich von all meinen neuen Freunden und versprach, nächstes Jahr auf jeden Fall wiederzukommen.

Euer Julian

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