Woche mit Kindern vom 23.10- 27.10.2006

Am Montag, den 23.10.2006 ab 10.00 Uhr trafen die ersten Kinder mit Eltern und / oder Großeltern in der Ferienhaussiedlung am Fuchsberg in Neuschirgiswalde ein. Alle wurden von den Betreuern des Landesverbandes der Freundeskreise für Suchtkrankenhilfe Sachsen herzlich willkommen geheißen.

Die Zeit bis zum Mittagessen nutzten alle zum Beziehen der Häuser, dem Sachen auspacken und zum allgemeinen "Hallo" sagen.

Die Männer bauten in der Zwischenzeit auch noch ein von einem Vati ausgeliehenes Fußballtor mit Torwand, auf, welches die Jungs gleich in Beschlag nahmen.

Dann schmeckte das Mittagessen wie immer ganz lecker, und nachher begrüßte Wolfgang Heinisch, Vorsitzender des LV Sachsen, alle Teilnehmer ganz offiziell. Dann wanderten wir durch Wald und Flur und sammelten Bastelmaterial und Stöcke für den Knüppelkuchen. Dabei wurden hauptsächlich die Vatis und Opa`s gefordert, welche den Kindern die Stöcke bearbeiteten und die Spitzen anschnitzen.

Gegen 16.30 Uhr fand für die Eltern eine Begrüßungs- und Gesprächsrunde statt, in welcher über die Erwartungen und Beweggründe des Kinderseminars gesprochen wurde. Derweil wurden die Kinder von Christian Heinisch, unserem Sachbearbeiter, fotografiert, denn Arbeiten mit Bilderrahmen standen auch auf unserem Plan mit Bastelangeboten.

Um 18.00 Uhr gab es Abendessen und anschließend war Flimmerstunde angesagt. Wir amüsierten uns beim Anschauen der Bilder und des Videos von der Kinderwoche 2005. Die Kinder waren noch nicht "kaputt" genug, also unternahmen wir unter Uwe`s Führung noch eine Nachtwanderung. Bei Tee, Gesprächen und Brettspielen mit den Kindern ließen wir den Abend ausklingen.

Der Dienstag begann mit einem flotten Frühsport, den Jana jeden Morgen mit Spaß und Elan durchführte. Allerdings mussten wir diesen wegen Regen im Seminarraum durchführen. Es tat dem Spaß aber keinen Abbruch. Sogar einige Erwachsenen waren jeden Morgen zur Stelle, was die Kinder besonders freute, denn welche Mutti oder welcher Vati hat sonst Zeit und Lust, am Morgen mit den Kid´s Sport zu machen.

Nach einem stärkenden Frühstück begannen alle, an diversen Kunstwerken zu basteln, bis Simone Mattukat und Simone Krause die Kinder zu einer Gesprächsrunde einluden. Im spielerischen Rahmen konnten die Kinder über die Alkoholkrankheit innerhalb der Familien sprechen, wobei sehr unterschiedliche Situationen und Erfahrungen deutlich wurden.

 

Nach dem Mittagessen wurden die Gespräche fortgesetzt. Um alles etwas aufzulockern, lockte ein Tischfußballspiel, oder die Kinder nutzten den beginnenden Sonnenschein, um draußen herumzutollen oder gar mal ein Elternteil beim Torwandschießen zu schlagen.

Gegen 15.30 Uhr begannen die Bastelarbeiten an den Bilderrahmen, in welche dann die am Vortag gemachten Fotos reinkommen sollten. So hatten die Kinder eine schöne Erinnerung an diese Woche und vielleicht gleichzeitig ein Geschenk für Weihnachten.

Nach dem leckeren Abendessen überraschte Bea uns alle mit einer selbst geschriebenen Geschichte. Die extra dafür gehäkelten Handpuppen waren besonders für die jüngeren Kinder von großem Interesse.

Gegen 19.30 Uhr führte Kerstin Rayczyk eine Elternrunde durch, welche durch einen sehr zum Nachdenken anregenden Film über die Erlebnisse von Kindern während der nassen Phase eines Elternteils untermalt wurde. Die nachfolgenden Gespräche waren sehr emotionsgeladen, denn jeder von den Anwesenden hatte in seiner Vergangenheit so manche Situationen ähnlich erlebt oder verursacht.

Die Kinder nutzten derweil die Zeit, um zu basteln oder die für Donnerstag geplante Miniplaybackshow vorzubereiten.

Um 21.00 Uhr jedoch war Gespensterzeit angesagt, denn Eltern und Kinder zogen gemeinsam mit Taschenlampen los, um das Gespenst zu jagen. Auch der einsetzende Regen hielt die Kinder nicht davon ab, über Feld und Wiesen zum nahen Wald zu laufen, um schließlich ein Gespenst zu entdecken und zu fangen.

Nachher waren dann doch die meisten so müde, dass nach kurzen Brettspielen oder gemütlichem Beisammensein die Betten aufgesucht wurden.

Am Mittwoch schien schon zum Morgensport die Sonne und so sollte es auch den ganzen Tag über bleiben. Nach dem Frühstück fuhren wir alle nach Bautzen zur Verkehrswacht. Dort wurden wir schon von einigen netten Polizisten und Mitarbeitern erwartet, um uns wichtige Dinge über Verkehrsregeln und verkehrssichere Fahrräder zu vermitteln. Während die Kleineren einige Übungen zum Training des Gleichgewichtssinnes absolvierten und mit Tretautos oder Rollern fahren durften, bekamen die Großen alle ein Fahrrad. Selbstverständlich hatten alle Verkehrsteilnehmer einen Helm auf dem Kopf. Dann wurde ein Geschicklichkeitsparcours mit Zeitnahme befahren. Die Schnellsten und Sichersten wurden am Ende des Vormittages mit Preisen belohnt und für alle Kinder wurden kleine Geschenke überreicht. Alle hatte riesen Spaß an dieser Aktion, sogar eine Oma radelte im Verkehrsgarten herum, sehr zur Freude der Kinder.

Zurück in Schirgiswalde stärkten wir uns beim Mittagessen, denn anschließend besuchten wir die Körsetherme in Kirschau, denn zum Baden braucht man bekanntlich Energie.
Während die Erwachsenen mehr relaxten, tobten sich die Kinder richtig im Wasser aus.
Selbst nach 3 Stunden waren sie nicht aus dem Wasser zu kriegen. Doch auch dieser Spaß war dann vorbei und es ging zurück nach Schirgiswalde, wo das Abendbrot schon auf uns wartete.

In der Zwischenzeit hatte Kräuterfrau Anita sehr anschaulich schon einige mitgebrachte Kräuter für diverse Tees auf einem Tisch aufgebaut. Sie erklärte uns, welche man im Garten und in der freien Natur finden kann und wir konnten auch mal schnuppern und unsere Kenntnisse überprüfen.

Die Mädchen waren sehr interessiert und so manche Mutti staunte nicht schlecht, aus was man alles wohlschmeckende Tees kochen kann. Natürlich wurde auch ausprobiert und gekostet, besonders der Zaubertee hatte es den Kindern angetan. Doch dieses Geheimrezept gibt es nur hinter vorgehaltener Hand!!!!!!!!!

 

Dann war Lagerfeuerzeit, die Kinder hatten 3 Kürbisse ausgehöhlt und diese mit Kerzen versehen, um das Feuer aufgestellt. Bei Knüppelkuchen und Bratäpfeln verging die Zeit wie im Fluge und die beginnende Kühle wurde kaum wahrgenommen. Danach ging es flott ins Bett.

Auch am Donnerstag verwöhnte uns das Wetter schon am Morgen mit Sonnenschein, so dass der Frühsport nicht schwer fiel und das Frühstück um so besser schmeckte.

Die Freiwillige Feuerwehr in Wilthen war anschließend unser nächstes Ziel. Uns wurde vieles über Brandschutz, Brandbekämpfung und die Maßnahmen bei Erkennen eines Brandes berichtet. Dann durften wir uns die alte und neue Feuerwehrtechnik genauer ansehen. Wer Lust hatte, und das waren fast alle, konnte mit dem Löschfahrzeug eine Runde mitfahren und die ganz Mutigen gingen mit dem 16m Hubsteiger in die Höhe. Das alles natürlich mit Helm und Feuerwehrjacke. Es war sehr lustig für alle Beteiligten

Nach dem Mittagessen war etwas Freizeit zur individuellen Gestaltung angesagt. Manche bastelten, der Renner war natürlich, wie jedes Jahr, das Herstellen von Bommeltieren, andere Kinder und Eltern bereiteten sich auf die Miniplaybackshow vor. Doch erstmal ging es gegen 14.00 Uhr auf "Uwe`s große Koffersuche." Diebe hatten einen Koffer von Uwe gestohlen und den galt es wieder zu finden. In 2 Gruppen (blau und rot) zogen die Kinder los, um die Verfolgung aufzunehmen.

Dabei galt es den richtigen Weg zu finden, welcher mit Goldtalern oder anderen Wegweisern markiert war. So einige Aufgaben mussten bewältigt werden (Tannenzapfenweitwurf, Baumbestimmung, Wald von Unrat befreien, Wettlauf usw.), bevor es nach einer kleinen Stärkung mit Saft und Knoppers zur letzten Etappe ging. Schließlich fanden die Kinder eine Reisetasche, doch die mussten die Diebe nur dazu weggeworfen haben, um die Spuren zu verwischen. Aber auch den Koffer fanden sie noch. Uwe war glücklich und auch die Kinder freuten sich, als der Koffer geöffnet wurde. Die "Beute" (für jedes Kind einen Rucksack mit lauter Kleinigkeiten) wurde gerecht an alle verteilt. Danach machten wir uns auf den Rückweg, denn das Abendessen und unser Highlight, die Miniplaybackshow sollten pünktlich starten.

Unsere Kids unter Leitung von DJ David zauberten ein solch super Programm auf die Bühne, dass so manchem Erwachsenen vor Begeisterung der Mund offen blieb. Es wurde geklatscht, gepfiffen, die Stimmung kann man schlecht beschreiben, es war einfach fantastisch. Jeder Teilnehmer konnte sich über eine kleine Überraschung freuen.

Dann hatten wir noch einige Lose, allerdings ohne Nieten. Wir hatten schöne Geschenke, alle gesponsert von Firmen, Freunden, Bekannten und anderen SHG`s. Gegen 22.00 Uhr begaben wir uns langsam auf die Zimmer, denn zu 23.00 Uhr war Nachtruhe angesetzt. Die letzte Nacht dieser ereignisreichen und schönen Woche mit Kindern brach an.

Auch am letzten Morgen wurde nicht auf den Frühsport verzichtet. Es gab sogar Nachfragen zu unserer Musik zum Sport. Es freut immer besonders, wenn man merkt, dass unsere Arbeit auch Anregung für zu Hause ist. Wenn Eltern und Kinder gemeinsam Spaß haben, spornt es an, auch im nächsten Jahr ein Kinderseminar zu organisieren.

Nach dem Frühstück ging es ans Kofferpacken und die Häuser räumen. Bei einer Abschluss- und Auswertungsrunde konnte jeder seine Meinung äußern, ob und wie es gefallen hat und ob man im nächsten Jahr wieder kommen möchte. Auch für Kritik sind wir offen, denn es hilft, einiges anders oder besser machen zu können. Die Kinder und Erwachsenen sprachen aber alle sehr positiv über die vergangenen Tage, und das war der größte Dank an alle Organisatoren und Helfer. Alle Betreuer bekamen schöne Blumen und Wolfgang sprach noch einige Worte zum Abschied.

Nach dem Mittagessen wurden die Kinder alle abgeholt und wir hoffen, dass wir uns alle im nächsten Jahr gesund wieder sehen.

FAZIT: Es war eine sehr schöne erlebnisreiche Woche und man spürt die Ausgelassenheit und Freude der Kinder. Gemeinsam mit den Eltern und Großeltern wird in lockerer Atmosphäre die Vergangenheit langsam aufgearbeitet, denn eins dürfen wir nicht vergessen: Egal wie alt die Kinder waren oder sind, wenn in der Familie Alkoholproblem auftreten, wenn wir denken, Kinder haben nichts von den Problemen und Sorgen mitbekommen, dann irren wir uns gewaltig. Sie haben ein ganz besonderes Gespür für alles, was um sie herum passiert. Zwar kann man nichts mehr ungeschehen machen, was vorgefallen ist, doch wir müssen versuchen, mit den Kindern zu sprechen, gemeinsam aufarbeiten und damit eine oft große Last von ihren Schultern nehmen.