7. "Woche mit Kindern" vom 11.10. bis 15.10.2004

Im Laufe des Vormittags waren alle 14 Kinder sowie 14 Eltern, Betreuer und Organisatoren bei super Herbstwetter in Neu-Schirgiswalde angereist. Wir bezogen unsere Quartiere, welche geräumig, sauber und warm waren. Mittag gab es leckere Nudeln. Das war gleich das Richtige für unsere Schützlinge. Dann trafen wir uns zu einer kurzen Kennlern-Runde. Alle Kinder waren sehr schnell aufgeschlossen und gingen aufeinander zu.


Das herrliche Wetter nutzten wir sofort, um die Gegend zu erkunden und machten einen schönen Waldspaziergang bei Sonne und Wind. Anschließend bastelten alle zusammen "Tiere aus Bommeln". Es kamen viele lustige Exemplare zusammen, Raupen, Katzen, Teddys und eigene Kreationen. Die Kinder waren in das Wickeln der Bommeln aus Wolle, Zusammennähen und Kleben von Augen und Zungen, für die Gesichter der Bommeltiere, so vertieft, dass wir gerade noch pünktlich zum Abendbrot kamen, welches alle Tage ein reichliches und abwechslungsreiches Buffet mit warmen Tee und Obst war.

Abends ging es auf zur Nachtwanderung. Plötzlich hörten wir im Wald jemanden rufen. Die Kinder leuchteten mit ihren Neonstäben und riefen zurück. Es war der Pumphut, der Hexenmeister der Oberlausitz. Er wies uns den Weg und versprach, dass er am Mittwoch zu uns kommt. Ein bisschen Angst mischte sich mit viel Spaß. Die Kinder fanden an diesen ersten Tag super Kontakt untereinander und zu den Erwachsenen. Vor der Nachtruhe wurde noch erzählt und gelacht.


Jeden Morgen ging es mit einer kurzen "Popgymnastik" los. Trotz Kälte, aber mit Sonne, hüpften die Kinder lustig in den Morgen. Beim Frühstück griffen dann alle kräftig zu und gut gestärkt mit frischen Brötchen, Saft, Milch, Marmelade, Wurst, Käse und Obst startete der Tag.


Der Dienstagvormittag wurde durch Simone Mattukat (Therapeutin, Suchtberatungsstelle Kamenz) unter dem Motto "Spielerische Auseinandersetzung mit dem Thema Sucht" für die Kinder gestaltet. Wolfgang Heinisch (Vorsitzender d. LV d. FK f. Suchtkrankenhilfe) leitet für die Eltern eine Runde unter dem Thema "Nachdenken, tu ich auch was für mich?". Die Eltern stellten dabei fest, dass sich ihr Tun sehr oft um die Kinder, Partner und andere Personen dreht, aber weniger direkt um sie selbst. Es wurden dadurch Probleme aufgegriffen und Erfahrungen ausgetauscht.


Nach dem Mittagessen mit Bratkartoffeln und Ei sowie Roter Grütze mit Vanillinpudding, war die Aufregung schon groß. Es ging Nachmittag mit den Pkws in die Körse Therme nach Kirschau zum Baden. Nach dem Toben im Innen- u. Außenschwimmbecken, im Dampfbad mit kalten Tauchbecken, im Strömungskanal und warmen Sprudelbad waren "unsere Kleinen" nicht müde zu kriegen. Beim "Malen mit Musik" klang der Abend aus. Jeder bekam ein Blatt Papier und Stifte. Ein jeder fing an etwas zu malen und jedes mal, wenn die Musik unterbrochen wurde, musste das Blatt einen Platz weiter zum Nachbarn geschoben werden, bis jedes Kind jedes Blatt einmal zum Weitermalen hatte. So entstanden die unterschiedlichsten, kunterbunten und fantasievollen Bilder.


Die Eltern sprachen an diesen Abend mit Kerstin Rayczyk (Therapeutin, Suchtberatungsstelle Kamenz) über das Thema "Entwicklung der Kinder in Suchtfamilien". Die Eltern fanden Parallelen und nahmen Wissen und Anregungen mit nach Hause. Da die Nachtwanderung so fetzig war, ging es noch einmal an diesen Abend mit Taschenlampen los. Diesmal erschreckte uns ein Nachgespenst und es ging kreuz und quer durch den dunklen Wald. Also, ich muss schon sagen, in den Wäldern um die Feriensiedlung gibt es immer was Neues zu entdecken. Aber nun endlich waren alle geschafft und fielen in die Betten.


Am nächsten Morgen kam zum Frühstück plötzlich der Pumphut, wie er es im Wald versprochen hatte. Er erzählte, dass er geheiratet und nun eine Pumphutfrau hat und, dass er sich riesig auf alle gefreut hat. Er lud die Kinder ein, gemeinsam mit seinem Gehilfen, dem Müllerburschen, im Wald einen Schatz zu suchen. Sie zogen los und fanden am Wegesrand, in Abständen, Papierrollen an den Bäumen, auf denen zu lösende Aufgaben und Hinweise für den weiteren Weg standen. Die Aufgaben bestanden aus Sackhüpfen, Tauziehen, Huckepack, laufen mit verbundenen Augen u.v.m.

Mitten im Wald, am "Geisterborn" trafen wir auf den Pumphut und seine Frau. Die Truhe war nun schnell gefunden, der Schloss-Code geknackt und die Schätze verteilt.

Nun schmeckte die Kartoffelsuppe umso besser, denn die Wanderung zum Schatz hatte alle hungrig gemacht.
Nach kurzer Mittagsruhe ging es wieder in den Wald, aber diesmal zum Pilze suchen. Gesammelt wurde alles was wie ein Pilz aussah und anschließend wurden durch Frau Marx, Pilzberaterin aus Wilthen, alle Pilze sortiert und beschriftet. Sorgfältig erklärte sie die Besonderheiten der einzelnen Pilze und natürlich, ob sie giftig oder essbar sind. Bei einem Pilzquiz konnten die Kinder das Gelernte gleich anwenden.

Mit guter Laune wurde noch ein Pumphut aus Terrakottatöpfen gebastelt. Los ging es mit Töpfen, Stoff, Kleber, Nadel und Faden sowie Farbe. Auch hier entstanden die tollsten und vielfältigsten Figuren.


Nach der abendlichen Stärkung schauten wir gemeinsam ein Video über die "Woche mit Kindern 2003". Viele erkannten sich wieder, da sie bereits voriges Jahr dabei sein durften. Auf ihren Zimmern klang der erlebnisreiche Tag aus und die Augen vielen zu. Am Donnerstag kam schon der nächste Höhepunkt. Der Besuch bei der "Wilthener Freiwilligen Feuerwehr". Wieder ging's mit den Autos los. Zwei freundliche Feuerwehrmänner zeigten uns ihre Anzüge, die Feuerwehrautos und ihre Technik sowie ihre Räume und alles durfte angefasst, anprobiert und durchstöbert werden.

Wir bekamen zu trinken und Kekse. In einem Quiz konnten die Kinder lernen, was man bei einem Brand alles beachte muss. Dann durften wir sogar mit dem Hebekran des Feuerwehrautos in luftige Höhe und hatten einen schönen Blick über Wilthen. Nachmittag war wieder tolles Bastelprogramm. Aus Sackstoff, ausgestopft mit Schaumstoff wurden lustige Mäuse gebastelt. Es wurde gestopft, genäht und kleine Schwänzchen gehäkelt. Wieder entstanden originelle Modelle.


Nun war schon der letzte Abend da. Bei Lagerfeuer und Musik wurden Knüppelkuchen und Äpfel in der Glut gebacken und verspeist. Es wurde erzählt, gesungen und gelacht.


Am Morgen packten wir unsere Sachen, räumten die Bungalows und trafen uns noch einmal in einer Runde, zum Rückblick auf vergangene Tage, zum Dankeschön an die Organisatoren und Betreuer und zur öffentlichen Verabschiedung. Adressen wurden ausgetauscht und alle wollen im nächsten Jahr an der "Woche mit Kindern" wieder teilnehmen. Die Auswertung der Veranstaltungen in dieser Woche ergab, dass alle gut bis sehr gut bewertet wurden und die Kinder gaben auch Anregungen für die Gestaltung im nächsten Jahr. Bei der 7. "Woche mit Kindern" ist besonders die herzliche und freundschaftliche Atmosphäre hervorzuheben. Bei allen Veranstaltungen versuchten die Betreuer den Kindern zu vermitteln, welche Bedeutung Freundschaft, Vertrauen und Teamarbeit bei der Bewältigung von Aufgaben haben. Erstmalig wurde auch das Thema "Sucht" in spielerischer Form mit den Kindern behandelt. Damit wurde eine Basis für die eigene Aufarbeitung ihrer Erfahrungen in Suchtfamilien geschaffen.
Eine wunderschöne Woche ging zu Ende.

Auf ein Wiedersehen im Jahr 2005.

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