Das diesjährige Jugendseminar


Das diesjährige Jugendseminar vom 22. bis 24. Oktober in Schirgiswalde bildete den Beginn einer Reihe von Informations- und Freizeitveranstaltungen im Rahmen des Projektes Freundeskreise-Sucht-Jugend. Diesmal waren 11 Jugendliche aus 6 Freundeskreisen dabei.

Nach der Anreise am Freitag Nachmittag und einem reichhaltigen Abendessen fand eine kurze Vorstellungsrunde statt. Dabei waren der Landesvorsitzende Wolfgang Heinisch und der Projektleiter Uwe Wolf anwesend. Anschließend wurde gekegelt, was den jungen Leuten großen Spaß machte.

Der Samstag stand im Zeichen eines Referates von Herrn Jens Gahrig (Therapeut in der Suchtkrankenhilfe Kamenz) zum Thema "Frei sein?! Bin ich's schon? Werd' ich's noch?". Den Anfang bildete die pantomimische Darstellung und das Erraten einiger Begriffe, die auf ...sucht enden. Dann wurden diese Begriffe unterteilt in wirkliche Süchte, menschliche Schwächen oder dumme Angewohnheiten sowie Zwangshandlungen. Daraus entstand eine rege Diskussion über Zuordnung, Zusammenhänge, Folgeerscheinungen u.ä. Danach wurden als Beispiel für die Auswirkungen einer Sucht anhand einer Zeichnung die Merkmale erarbeitet, an denen man einen alkoholkranken Menschen erkennt. Anschließend entwickelte Herr Gahrig ein Tafelbild, das die Entwicklung von Abhängigkeiten verdeutlicht.

Am Anfang steht die positive Erfahrung mit einer Droge (Erreichen eines Wohlbefindens), dann die Gewohnheit (angenehmer Zustand). Schließlich entsteht ein zwanghaftes Verlangen nach diesem Wohlbefinden, das nur noch durch Suchtmittel zu erreichen ist. So entsteht zuerst ein Missbrauch, der sich bald zu einer Abhängigkeit steigert.
Als nächstes wurde über Abhängigkeit im allgemeinen gesprochen: Wovon kann ein Mensch abhängig sein? (Mitmenschen, Geld, Wetter ...). Es wurde über Abhängigkeit im positiven und negativen Sinne diskutiert.

Nach dem Mittagessen arbeiteten die jungen Leute in 2 Gruppen. Das Thema war: Wir schaffen uns unsere Trauminsel. Was brauchen wir dort, mit wem leben wir da, und wie soll das Zusammenleben gestaltet werden?

Anschließend wurden die Ergebnisse präsentiert, erläutert und diskutiert.

Nach dem Abendessen wurde mit einem Bad in der Körse-Therme das Gleichgewicht zur anstrengenden geistigen Arbeit hergestellt.

Am Sonntag Vormittag fand man sich in einer abschließenden Runde zusammen. Zuerst sprach Wolfgang Heinisch einige Worte zu Thema Gemeinsamkeit und gegenseitige Hilfe (einer trage des anderen Last) in bezug auf das Zusammensein von Menschen, insbesondere in bezug auf Selbsthilfegruppen.


Zum Schluss äußerte sich Uwe Wolf positiv über den Verlauf des Seminars und ermunterte die Jugendlichen, ihre Meinung zu den einzelnen Aktivitäten und der Veranstaltung als Ganzes zu sagen. Die jungen Leute schätzten das Seminar durchweg als gelungen ein, vor allem der Samstag mit Herrn Gahrig wurde gelobt. Es kamen auch Vorschläge, was man künftig noch besser machen kann. So wurde besprochen, die Zeit für die Körse-Therme zu verkürzen und die Essenszeiten auf etwas später zu verlegen. Zusammenfassend kann eingeschätzt werden, dass der Zweck dieser Veranstaltung voll erfüllt wurde. Die jungen Leute waren mit Interesse und Begeisterung dabei, ob es nun um die Wissensvermittlung über Süchte und Abhängigkeiten ging, das gemeinsame Erarbeiten von Präsentationen oder auch bei Sport und Spiel.