Frauenseminar vom 26.04.- 28.04.2019

Und wieder einmal war es soweit. Am 26.04. bis 28.04.19 fand das jährliche Frauenseminar im Kiez Querxenland Seifhennersdorf statt.
Das Motto des 21. Frauenseminars lautete: "Liebesvolles Zuhause im eigenen Körper nach der Sucht". Es waren 25 Frauen dabei. Davon welche, die schon mehrmals dabei waren und sich auch freuten bereits bekannte Gesichter zu treffen. Aber auch ein Paar neue Teilnehmerinnen und auf alle wartete ein spannendes Wochenende.

Das Seminar lud dazu ein, einen liebevollen Blick auf den eigenen Körper zu wagen. Natürlich auch etwas kritisch. Hat die Sucht dem Körper geschadet. Alkohol als Zell und Nervengift hinterlässt ja seine Spuren. Aber unser Körper mit all seinen wunderbaren Fähigkeiten und Eigenschaften ist ein lebenswichtiger Begleiter im Leben. Im Alltag, bei Herausforderungen, Problemen und vor allem auch in der Zeit, als wir in der Sucht gefangen waren, geriet er aus unserer Aufmerksamkeit. Aber auch jetzt, sorgen wir Frauen gern für unsere Mitmenschen und vergessen uns.
Am Freitagabend fand erstmal eine Vorstellungsrunde statt. Beatrice Schober und Jacqueline Klieme begrüßten die Frauen. Dabei schrieb jeder auf einen Schmetterling, welches Körperteil er an sich mag und sagte ein paar Worte über sich und sein Lieblingskörperteil. Es wurde dort schon bewusst, wie gedankenlos wir während des Konsumierens mit unserem Körper umgegangen sind. Wir verbrachten dann einen gemütlichen Abend mit teilweise sehr ernsten Gesprächen.

Am Samstag kam Katrin Leithold, Sucht und Familientherapeutin aus Döbeln als Gastreferentin, um einen Fachvortrag über das Thema zu halten.
Zum Einstieg in den Tag bekamen wir duftendes Öl und massierten uns gegenseitig die Hände. Es war sehr interessant danach die verschiedenen Wahrnehmungen zu hören. Weich, warm, zart, ich bestimme selbst, entspannend, das schafft Vertrauen, Geben und Nehmen, Führung und andere verspürte Dinge wurden da erwähnt.

Katrin erklärte uns was unseren Körper alles ausmacht. Soziales Wesen, der geschichtliche Blick, natürlich auch der biologische Körper und auch die Kultur, in welcher wir leben fließen da mit ein. Auch die verschiedenen Phasen unserer Sucht haben da ihren Anteil. Viele von uns haben sich auch vor der Abhängigkeit gar nicht wahrgenommen und erst mit Hilfe einer Therapie erkannt, dass es sie und ihren Körper gibt. Das sie selbstbestimmt handeln dürfen und das an allererster Stelle sie sich selbst wichtig sein müssen.

Es wurde noch über vieles anderes gesprochen. Katrin war wieder einmal eine sehr große Bereicherung für uns. Herzlichen Dank.

Dabei wurden in den Gruppen über zwei Punkte diskutiert:

1. Raubbau mit der Gesundheit (Körper, Seele), wo sind meine Grenzen

2. Was kann ich für mein persönliches Wohlbefinden tun.

Es wurde sehr rege in den Gruppen bis zum späten Nachmittag diskutiert.
Nach dem Abendbrot saßen wir in gemütlicher Runde zusammen und erzählten uns gegenseitig was einen so bewegt.

Am Sonntagmorgen las Béatrice zwei Geschichten vor, welche sehr zum Nachdenken anregten.
Anschließend wurde die Arbeit der Kleingruppen ausgewertet. Dabei zeigte sich, wie vielfältig doch die Möglichkeiten sind, sich nach der Sucht um ein zufriedenes Körpergefühl zu bemühen.
Unser Feedback in der Abschluss Runde brachte ein gelungenes Seminar zum Vorschein. Alle Beteiligten freuen sich schon auf das nächste Jahr. Nach dem gemeinsamen Mittagessen traten wir dann die Heimreise an.

Unser Dank gilt der Referentin Katrin Leithold und den Sponsoren, welche uns diese Veranstaltung ermöglichten.

 

Jacqueline Klieme und Béatrice Schober

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